Seite auswählen

Ritterstern richtig pflegen – dann hat man lange was davon

Jedes Jahr um die gleiche besinnliche Zeit werden Millionen an Amaryllis-Pflanzen verkauft. Diese schmücken in der Weihnachtszeit Büroräume, Häuser und Klassenzimmer. Dann kommt für einen Großteil das frühe Ende und sie werden weggeworfen. Doch das muss nicht sein und ist wirklich schade. Die Pflanze braucht 5 Jahre, bis sie das erste Mal blüht, da ist die Nutzzeit vergleichsweise gering.

  • Botanischer Name: Hippeastum oder Amaryllis
  • Deutscher Name: Ritterstern
  • Familie: Amaryllidaceae
  • Giftig: Ja
  • Pflanzenhöhe: 50-80 cm
  • Blütezeit: August – April
  • Typ: Zwiebelpflanze

Achtung – schön, aber giftig

Was die meisten Menschen nicht wissen, die Amaryllis ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch giftig – und zwar alle Pflanzenteile. Die Zwiebel enthält Alkaloide, welche extrem toxisch sind. Bei sensiblen Pflanzenfreunden verursacht schon eine Berührung starke Hautirritationen. Wenn man die Pflanze nicht nur berührt hat, sondern aus Versehen gegessen hat, dann kann es zu diversen Symptomen, wie Durchfall, Schwindel, Erbrechen, Schweißausbruch, Betäubtheit und auch Schäden an der Niere kommen.

Bei der Zwiebel beginnt die Amaryllis

Die Amaryllis oder der Ritterstern, welcher eigentlich mit botanischem Namen Hippeastrum vittatum heißt, kann nicht nur fertig als Pflanze im Topf gekauft werden, sondern auch als Zwiebel. Im Handel, egal ob als Zwiebel oder ausgewachsene Pflanze, bekommt man leider nicht immer alle Sorten und auch keine edlen, seltenen Sorten, besonders beim Discounter. Hier sind meistens Zucht-Hybriden zu finden, welche nichts mehr mit der Vielzahl an ursprünglichen Arten zu tun haben. Die Ursprungsarten sind eher selten, wenn überhaupt zu ergattern.

Große Blüten erfordern große Zwiebeln

Wichtig ist bei der Auswahl einer Zwiebel, dass diese möglichst groß ist und viele Blütenstiele hat. Je mehr Blütenstiele vorhanden sind, desto mehr Blüten wird sie auch tragen. Zwiebeldurchmesser von 10 cm können bereits zwei Blütenschäfte entwickeln, welche jeweils 4 Blüten tragen. Starke Exemplare haben große Blüten mit einen Blütendurchmesser von 15-20 cm.

Der Kauf von Sämlingen, bei denen auf der Packung nicht mal die korrekte Sorte, sondern lediglich die Farbe der Blüte steht, sind für echte Pfanzenfreunde tabu. Helft mit die ursprünglichen Sorten zu erhalten! Wenn ihr eure Pflanzen aus Sämlingen zieht, dann braucht ihr die erzwungene Winterruhe bis zur ersten Blüte nicht beachten.

Die Amaryllis ist verblüht und ihr wollt sie wieder zum Blühen bringen

Wenn ihr euch an die folgenden Pflegetipps haltet, dann gelingt auch eine erneute Blüte ohne Probleme. Man kann den Ritterstern mit einfachen Tricks wieder zum Blühen bringen, man muss ihn nicht entsorgen.

Amaryllis im Topf – die Topfgröße

Wenn ihr die begehrte Zwiebel endlich erstanden habt, am besten etwas Extravagantes und Seltenes, dann wird es Zeit für den passenden Blumentopf. Dieser sollte nicht nur von der Topfgröße passen, sondern auch stabil sein. Rechnet mit der Zwiebelgröße plus eine Zeigefingerbreite ringsherum.

Die richtige Erde für den Topf

Beim Substrat ist die Amaryllis eigentlich recht anspruchslos. Man kann Granulat wie von Seramis, Kakteenerde, Blumenerde oder eine Mischung aus allem nutzen. Je hochwertiger die Qualität des Substrates ist, desto besser wird die Pflanze gedeihen. Am Grund des Topfes empfiehlt es sich als Drainage Tonscherben einzuesetzen, damit das Wasser richtig abfließen kann und der Bereich luftig ist.

Wenn der Topf mit Zwiebel und Substrat befüllt wird, dann sollte ungefähr das obere Drittel aus dem Boden schauen. Der Boden am Rand wird nun mit den Finger fest angedrückt.

Amaryllis Zwiebel pflanzen

Amaryllis Gießen

Nach dem Pflanzen geht es ans Gießen. Die Pflanze braucht nur alle paar Tage Wasser. Beim nächsten Gießen dürftet ihr bereits einen Blütenansatz sehen. Wie oft man gießen muss, lässt sich, wie bei allen Zimmerpflanzen nicht genau sagen, aber die Fingerprobe bringt Gewissheit. Es darf keine Staunässe geben, aber sollte trotzdem immer leicht feucht sein. Neben der altmodischen Fingermethode gibt es natürlich auch digitale Messgeräte – wenn man es braucht. Verlasst euch nicht auf anfängliche Erfahrungswerte, da die Amaryllis mit wachsender Größe auch mehr Bedarf an Wasser haben wird.

Amaryllis Blütezeit

Bis die Amaryllis das erste Mal blüht, vergehen fünf Jahre. Wenn ihr gleich mit einer großen kräftigen Zwiebel gestartet seid, dann wird die Pflanze fünf bis acht Wochen nach dem Eintopfen die erste Blüte tragen. Im nächsten Kapitel lest ihr, was ihr macht, wenn die Blüte verblüht ist.

Der Ritterstern kann vom August bis zum April blühen. Wenn man eine Ruhephase verdunkelt im Keller einlegt, fällt diese Zeit natürlich weg. Jede Blüte blüht ca. zwei bis drei Wochen.

Der Blütenschaft erreicht wie die Blätter ungefähr 45 cm. Er ist hohl und wird in der Regel im Frühjahr seitlich an der Zwiebel gebildet.

Die Blüte in der Winterzeit

Im Winter ist Blütezeit, diese geht bis ins Frühjahr. Die Blüten haben eine Trichterform, stark herausragende Staubgefäße und sind in vielen Farben erhältlich.

Große Farbauswahl

Folgende Farben sind beliebt:

  • Weiß
  • Rot
  • Orange
  • Gelb

Gelb ist eine sehr schöne und seltene Farbe. Die Farbe ist nicht immer klar in die genannten Farben einzusteilen, Mischtöne gibt es auch. Aber nicht nur das: es gibt neben den einfarbigen Blüten auch Blüten mit Zeichnung wie Streifenmuster, Flecken oder Randzeichnungen. Die Blüte der Amaryllis ist sehr prachtvoll und ein wahrer Hingucker.

Amaryllis rot

Amaryllis im Garten – ab in den Sommer

In der kalten Jahreszeit bleibt der Ritterstern im Haus. Wenn diese Zeit vorbei ist und man geduldig die Eisheiligen abgewartet hat, dann kann sie auch wieder raus in den Garten. Damit die Amaryllis auch im neuen Jahr wieder blüht, ist es wichtig, diese bis Anfang August zu düngen und allgemein fachgerecht zu gießen. Jetzt beginnt die Ruhephase der Pflanze. Man lässt sie noch bis September unter einem Dach im Freien.

Der richtige Standort

Die Amaryllis ist nicht sonderlich anspruchsvoll, aber zugige und kalte Standorte sind zu vermeiden. Als besten Platz wählt ihr einen halbschattigen Standort. Wenn die Pflanze am stärksten wächst (Blüte bis Mitte Herbst), kann man auch einen helleren Standort mit direktem Sonnenlicht wählen.

Bekommt die Pflanze zu wenig Licht, erkennt man das unter anderem daran, dass die Blätter sehr länglich sind. Außerdem wird die Pflanze im nächsten Jahr keine Blüten bilden. Wenn der Standort während der Blütezeit zu warm ist, dann werden die Blüten schneller welken. In der Blütezeit sind 18°C als ideale Temperatur anzusehen.

Amaryllis Blätter abschneiden

Im September sollten die Blätter verwelkt sein, es wird Zeit, die Schönheit hereinzuholen. Bevor man sie ins Haus holt, werden die verwelkten Blätter abgeschnitten. Nun kommt die Zwiebel samt Topf in den Keller, alternativ in die Garage. Die ideale Temperatur liegt bei 15°C. Temperaturen unter 10°C schaden der Pflanze. Das würde zur Folge haben, dass die Knospenansätze nicht aus der Zwiebel kommen und man im neuen Jahr keine neuen Blüten hat. Diese Ruhephase plant man bis zum Ende Oktober.

Nach der Blüte ist vor der Blüte – wenn sie verblüht

Wenn die Blüte abgeblüht ist, dann kann man diese einfach mit einem scharfen Werkzeug abschneiden. Dabei spielt es keine Rolle, ob man ein Messer oder eine Schere verwendet. Aus Erfahrung lässt sich sagen, dass man mit der Schere leichter hantieren kann. Es wird nicht nur die Blüte abgeschnitten, sondern der gesamte Blütenstiel. Jetzt ist es wichtig den Ritterstern einmal pro Woche zu düngen, idealerweise mit Flüssigdünger.

Ab in die neue Saison

Amaryllis Fans fiebern seit September auf diesen Moment hin. Im November ist es endlich dann soweit. Man rennt in den Keller und begutachtet die Zwiebel der Amaryllis. Sind schon neue Triebspitze zu sehen? Schon geht es ans Umtopfen. Hier beachtet man die Tipps im Abschnitt „Topfgröße“. Bitte die Amaryllis nicht im alten Topf lassen und unbedingt mit frischem Substrat arbeiten. Oft hat man kleine Brutzwiebeln, diese werden abgenommen, da sie den Ritterstern zu viel Kraft beim Wachstum kosten werden.

Die ersten Blätter kommen

Wenn die Pflanze ersteinmal wieder gedeiht, kommen die ersten Blätter im zeitigen Frühjahr, bei anderen Sorten im späten Winter, bevor die Blütenschäfte wachsen. Hier muss man natürlich wieder die Ruhephase heraus rechnen. Die Blätter kommen direkt aus der Zwiebel, haben ein mittleres Grün und die Form eines Riemen. Die Größe geht hier bis zu 45 cm.

Amaryllis Vermehren

Wie in „Ab in die neue Saison“ zu lesen, bildet die Amaryllis in der Zeit im Keller Brutzwiebeln. Diese werden von der Mutterpflanze getrennt und schon habt ihr die Amaryllis vermehrt. Jetzt könnt ihr nach dem gleichem Schema neue Pflanzen hochziehen. Als kleine Warnung für die Leser, die das ein oder andere Kapitel übersprungen haben, diese frische Brutzwiebel wird 5 Jahre brauchen, bis sie das erste Mal blüht. Wenn euch das nicht entmutigt, dann legt los! Die blühfähige Phase setzt ungefähr ab einer Zwiebelgröße von 8 cm ein.

Die besten Pflegetipps

Damit ihr vor lauter Text nicht den Überblick verliert, hier nochmal die wichtigsten Pflegetipps übersichtlich zusammengefasst.

  • Staunässe vermeiden
  • im Sommer in den Garten an einen halbschattigen Platz stellen
  • Topf groß genug wählen
  • Düngen nicht vergessen
  • Blütenstiele abschneiden
  • ab August nicht mehr gießen
  • Ruhephase von September bis Ende November
  • Umtopfen in der neuen Saison
  • frisches Substrat verwenden
  • Amaryllis neigt sich immer zum Licht, damit die Pflanze nicht umfällt einfach alle paar Tage drehen

Wenn ihr euch an diese einfachen Tipps und Tricks haltet, dann klappt es garantiert mit dem Ritterstern und es wird keinen Grund mehr geben ihn wegzuwerfen.

Amaryllis der schöne Ritterstern für die Weihnachtszeit
5 (100%) 1 vote