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Wir Deutschen essen ihn ganz besonders gern und es finden sich auch in vielen Landstrichen große Plantagen mit den Früchten. Wir meinen den Apfel. Doch allzu oft vermiesen uns fiese Obstmaden den Genuss und schnell wird aus einem frischen Apfelkuchen doch nur ein ganz normaler Streuselkuchen, weil die Äpfel mit den Wurmkanälen durchzogen sind. Zusätzlich sind diese spiralförmigen Gänge auch noch kotverseucht und das wollen wir nun wirklich nicht essen! Verantwortlich dafür ist der Apfelwickler, dessen Larven sich durch unsere Äpfel fressen. Damit ihr eure selbst angebauten Äpfel wirklich genießen könnt, wollen wir uns heute dem Thema widmen, wie ihr den Apfelwickler bekämpfen könnt. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, aus denen wir uns einige herausgegriffen haben.

Der Apfelwickler – da ist der Wurm drin!

Die meisten von euch haben in ihrem Garten mindestens einen Apfelbaum stehen. Wir Deutschen essen diese Früchte einfach gern und sie gedeihen in unseren Breiten prächtig. Doch schnell wird aus dem Genuss Frust, wenn sich in den Äpfeln die Würmer breit gemacht haben und ihre Gänge spiralförmig in die köstlichen Äpfel fressen. Zusätzlich hinterlassen sie noch Kot und vermiesen uns die Lust auf den Apfel noch zusätzlich. Was ihr als Wurm im Apfel bezeichnen, erkennbar ganz leicht anhand eines Bohrloches an der Schale der Frucht, sind die Larven des Apfelwicklers. Ab Mai schlüpfen die ersten Falter, die dann Eier ablegen. Meist im Juni schlüpfen dann die ersten Larven und kriechen zur Futterquelle: unserem Apfel! Dort bleiben sie ungefähr vier Wochen und fressen sich satt. Danach gehen wie wieder zurück in den Stamm, um sich dort zu verpuppen und zu überwintern. Im nächsten Frühjahr geht es dann wieder von vorne los.

Apfelwickler Wurmloch an einem Apfel

Merkmale des Apfelwicklers

Der Apfelwickler ist ein kleiner Falter aus der Familie der Wickler. Er ist mit einer Flügelspannweite von einem bis zwei Zentimetern nicht besonders groß. Seine Färbung ist unauffällig grau-braun mit einem leicht kupferfarbenen Streifen. Der Schmetterling selbst ist nicht der Apfelvertilger, sondern seine Larven, wie wir eben schon beschrieben haben. Der Falter fliegt im Mai und Juni vorwiegend in der Dämmerung, wenn die Temperaturen mild sind und schon 20 Grad überstiegen haben. Nach der Paarung legen die Weibchen bis zu 60 Eier auf den jungen Äpfeln oder meist den Blättern eurer Bäume ab. Nach einer bis zwei Wochen schlüpfen die Larven und werden in die Äpfel eindringen, um sich dort richtig satt zu fressen.  Übrigens befällt der Apfelwickler auch gern Birnbäume und auch an Walnüssen und Pfirsich ist er schon gesichtet worden.

Apfelwickler bekämpfen – Maßnahmen

Das beste Mittel zum Apfelwickler bekämpfen ist natürlich die Vorbeugung. Deswegen untersucht schon im Winter und zeitigen Frühjahr eure Apfelbäume nach den Puppen des Apfelwicklers.  Schüttelt die Apfelbäume und sammelt die verpuppten Larven ein. Schon das reduziert den Befall ab Mai und Juni deutlich. Die Puppen überwintern in der Borke bzw. Rinde des Baumes. Deswegen empfiehlt sich auch ein gründliches Bürsten mit einer harten Bürste oder einem speziellen Rindenschaber. Achtet dabei natürlich darauf, dass ihr die Bäume nicht zu sehr schädigt, sondern vorsichtig mit den Gerätschaften umgeht. Nur die lose Borke sollte sich lösen und nicht der ganze Stamm verletzt werden.

Obstmaden-Fanggürtel

Jetzt im Juni kommen dann zusätzlich zu diesen vorbeugenden Maßnahmen zum Apfelwickler bekämpfen die Fanggürtel aus Wellpappe hinzu. Sicherlich habt ihr diese schon in anderen Gärten oder auf Apfelplantagen gesehen. Ihr könnt diese Fanggürtel zum Apfelwickler bekämpfen überall im Gartenfachhandel kaufen. Sie werden in 10 bis 20 Zentimeter breiten Streifen um die Stämme gewickelt und befestigt. Die Raupen der ersten Generation, die in euren Äpfeln wohnen, werden genau in diese Gürtel kriechen, wenn sie den Weg zur Verpuppung antreten. Im September könnt ihr die Fallen dann entfernen und somit die Puppen, die im nächsten Frühjahr als Falter ihr Unwesen treiben wollen gleich mit.

Apfelwickler bekämpfen mit Pheromonfallen

Eine weitere Möglichkeit Herr über die Würmer im Apfel zu werden, ist der Einsatz von Pheromonfallen. Zwischen Mai und August können die Fallen mit Duftstoffen die Population der männlichen Falter des Apfelwicklers reduzieren. Sie werden durch den Lockstoff angezogen und bleiben dann am Leim kleben. Die Folge ist, dass weniger Weibchen befruchtet werden und somit auch weniger befruchtete Eier abgelegt werden. Diese Methode verhindert aber eben nicht die Eiablage und die Männchen werden auch nicht so stark reduziert, dass ihr gar keine Angst vor Würmern im Apfel haben braucht. Aber, anhand der Masse der gefangenen Falter kann die Hauptflugzeit bestimmt werden und ihr wisst, ab wann ihr mit der biologischen Bekämpfung des Apfelwicklers zum Beispiel mit dem Granulose-Virus beginnen solltet.

Apfelwickler bekämpfen mit Granulose-Viren

Besonders effektiv ist eine Bekämpfung des Apfelwicklers mit Granulose-Viren, wenn man die jungen Maden geradewegs auf ihrem Weg aus der Borke in den Äpfeln erwischt. Dieser Zeitraum ist sehr kurz und dauert meist nur wenige Tage. Deswegen haben wir euch die Pheromonfalle vorgestellt, die euch diesen Zeitraum relativ genau bestimmen lässt. Meist liegt er im Juni, in besonders warmen Klimaregionen kann die Hauptflugzeit und somit der Beginn der Fortpflanzung auch schon im Mai sein. Das Spritzen mit Granulose-Viren zum Apfelwickler bekämpfen ist eine tolle Möglichkeit die Plagegeister loszuwerden, denn sie schadet weder Bienen noch anderen nützlichen Lebewesen und Pflanzen in eurem Garten. Für andere Lebewesen ist es vollkommen unschädlich und speziell nur für den Apfelwickler entwickelt. Mit einer ganz normalen Gartenspritze sprüht ihr das Mittel direkt auf den ganzen Baum. Die Larven müssen auf ihrem Weg zum Apfel die Granuloseviren auf jeden Fall aufnehmen und verenden dann.

Wendet das Mittel mindestens drei Mal in einem Abstand von etwa acht Tagen an, denn es schlüpfen immer wieder neue Larven. Ist der Sommer besonders warm, dann entwickelt sich oftmals noch eine zweite Generation des Apfelwicklers. Achtet dann im Juli /August wieder auf die fliegenden Falter und wiederholt die Prozedur noch einmal, wenn eure Pheromonfalle anschlägt.

Apfelwickler bekämpfen mit natürlichen Spritzmitteln

Ihr müsst aber nicht unbedingt zu den biologischen Mitteln wie beispielsweise der vorgestellten Granuloseviren-Methode greifen, wenn ihr die Apfelwickler bekämpfen wollt. Schon lange wissen erfahrene Gärtner um die Wirkung von ganz natürlichen Kräutern gegen die Obstmaden. Besonders gute Erfahrungen haben wir mit Wermutjauche gemacht. Ihr braucht dafür 300 Gramm frische, zerkleinerte Wermutblätter und 10 Liter abgestandenes Wasser oder Regenwasser aus der Tonne. Die Mischung müsst ihr eine ganze Weile (10 bis 14 Tage an der Sonne) stehen lassen, denn eine Jauche entsteht nur durch Gärung. Die wirklich übelriechende Jauche wird dann im Juni auf die Obstbäume gespritzt. Natürlich könnt ihr auch getrocknete Wermutblätter nehmen (dann nur 30 Gramm) oder ihr fragt bei einem Gärtnereibetrieb nach.

Hinweis: Der Einsatz von chemischen Spritzmitteln gegen den Apfelwickler ist nicht erlaubt! Es gibt ja auch genügend biologische Wirkmittel. In der Pflanzenschutzdatenbank des Bundes findet ihr immer eine aktuelle Liste mit den erlaubten Mitteln, um den Apfelwickler zu bekämpfen. 

Fressfeinde fördern

Die natürlichste Art und Weise der Bekämpfung des Apfelwicklers ist ganz sicher die Förderung von Fressfeinden. Einer, der die Larven des Apfelwicklers ganz besonders gern auf dem Speiseplan hat, ist der Ohrenkneifer. Die Ohrwürmer machen sich in der Dämmerung auf die Jagd nach den Obstmaden, aber fressen auch andere Schädlinge wie Blattläuse. Ein anderer Fressfeind ist die Schlupfwespe. Im Gartenfachhandel könnt ihr die Schlupfwespen kaufen, denn sie werden als biologischer Schädlingsvertilger mittlerweile sogar extra gezüchtet. Auch Vögel fressen die Larven gern. Deswegen lohnt es sich, den Garten vogelfreundlich zu gestalten und Nistkästen und Futterhäuser aufzuhängen. Hecken und Vogeltränken vervollkommnen den vogelfreundlichen Garten.

Ihr seht schon an unserer nicht ganz vollständigen Aufzählung: es gibt unzählige Möglichkeiten, um den Apfelwickler zu bekämpfen. Probiert sie ruhig einmal aus und erfreut euch an madenfreien, wohlschmeckenden Äpfeln aus dem eigenen Anbau. Habt ihr noch weitere Tipps und Tricks im Kampf gegen den Wurm? Dann schreibt uns doch gern einen Kommentar. Wir freuen uns sehr über Feedback!

 

Apfelwickler bekämpfen – Tipps und Maßnahmen gegen Obstmaden
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