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Jedes Jahr am 14. Februar haben bei uns in Europa und vor allem in Deutschland die Blumenhändler Hochsaison. Blumen am Valentinstag gehören in unseren Breiten einfach dazu. Am Tag der Liebenden verschenken wir sie oder bekommen sie von unserem Partner geschenkt. Natürlich gibt es auch Pralinen, eine Einladung zum Abendessen und ganz sicher auch den ein oder anderen Heiratsantrag. Aber Blumen, meist in Form von Rosen, den Blüten der Liebe, sind absolute Pflicht. Der Valentinstag wird vielleicht noch vom Muttertag übertroffen, an dem es dann im Mai noch einmal Blumen für das schöne Geschlecht gibt.

Wir wissen im Allgemeinen nicht sehr viel über den Valentinstag und böse Zungen behaupten gar, er wäre eine Erfindung der Blumenhändler. Doch dem ist natürlich nicht so. Wir haben uns einmal auf die Spuren des Valentinstages begeben, seine Ursprünge angesehen und wollen euch auch andere Traditionen in anderen Ländern an diesem Tag vorstellen. Denn nicht überall auf der Welt geht es nur um Blumen am Valentinstag!

Wer gab dem Valentinstag seinen Namen?

Der Valentinstag ist seit Jahrhunderten der Tag der Liebenden und Verliebten. Auch wenn er heutzutage, ähnlich wie Halloween, doch arg kommerzialisiert ist. Ganz geklärt ist der Ursprung dieses Tages nicht, denn nicht nur der Bischof Valentin, auf den der Name des Tages zurückgehen soll, sondern auch ein römischer Priester, hundert Jahre vor Valentin, könnte schon für diesen Tag herangezogen werden. Doch Eines nach dem Anderen.

Der Heilige Valentin in Italien

Der Heilige Valentin in Italien

Christliche Ursprünge des Valentinstages

Die bekannte Geschichte ist die um den Bischof Valentin von Terni aus dem 4. Jahrhundert. Er wurde wegen seines Glaubens hingerichtet und später als Märtyrer verehrt. Sogar eine Basilika ließ Papst Julius I. zu seinen Ehren errichten. Valentin hat Kranke geheilt und Nicht-Christen bekehrt. Später wurden über den Heiligen Valentin dann auch Geschichten erzählt, in denen die Rede davon ist, dass er Soldaten trautem, die nicht heiraten durften. Belegt sind aber nur seine Bekehrungen durch die Abhaltung von Gottesdiensten und wohl auch die Heilungen. Einem blinden Mädchen verhalf er wieder zum Sehen und unterschrieb den Brief zum Abschied mit „Dein Valentin“.

Das Fest des heiligen Valentin wurde immer am 14. Februar begangen. Das Interessante an diesem Datum ist, dass es genau einen Tag vor Beginn des römischen Fruchtbarkeitsfestes liegt, also einem heidnischen Fest. Diese Überlagerungen christlicher mit heidnischen Festen tauchen in den Feiertagen der Kirche sehr häufig auf.

Ein Jahrhundert vor Valentin soll es aber auch schon einen römischen Priester gegeben haben, der Rosen an Liebende verschenkte und sie verbotenerweise christlich traute. Er soll an einem 14. Februar hingerichtet worden sein. Hier haben wir zumindest schon einmal die Verbindung zu den Liebenden und den Rosen, was bei Valentin irgendwie fehlt. Vielleicht wurden hier auch die Geschichten zweier Menschen im Nachhinein vermischt. ZU all den Verwirrungen kommt noch hinzu, dass die katholische Kirche den römischen Generalkalender 1970 reformierte und eben diesen Valentin entfernte.

Der Valentinstag im Mittelalter

Erst im 14. Jahrhundert wurde der Tag des Valentin mit der romantischen Liebe in Zusammenhang gebracht. Der Blick auf die Frauen und der Umgang mit ihnen veränderte sich. Sie wurden von Minnesängern besungen und mit Lyrik überschüttet. Blumen waren der Ausdruck für Zuneigung und das Bitten um Aufmerksamkeit. So soll zum Beispiel eine Jungfrau sich mit demjenigen verloben, den sie am Valentinstag zuerst erblickt. Viele Männer machten sich also schon sehr früh morgens auf den Weg zur Angebeteten und brachten Blumen mit, damit man sie eher sähe als den Nebenbuhler. Wegen dieses Brauchtums bekam der Tag auch den Namen Vielliebchentag, denn bei so manchem Fräulein standen eine ganze Menge junger und alter Männer vor dem Hause.

So entwickelte sich der Valentinstag immer mehr zum Tag der Liebenden, die sich einander Blumen, aber auch Pralinen, Herzen, Gedichte und kleine Schlüssel zur Öffnung des Herzens schenkten. Vor allem auf den britischen Inseln und dann in Amerika wurde der Valentinstag etabliert und schwappte erst in den 50-er Jahren zu uns nach Deutschland über. Seitdem erst schenken wir uns so viele Rosen an diesem Tag.

Heidnische Ursprünge des Valentinstages

Auch wenn der Valentinstag sich trotz aller Kommerzialisierung auf seine christlichen Ursprünge bezieht, gibt es noch Ursprünge, die weit davor liegen. Das römische Fruchtbarkeitsfest Luperkalien begann um diese Zeit. Der 14. Februar wird aber auch oft mit dem Beginn des Frühlings in Zusammenhang gebracht. Es liegt auch nahe, sind doch im Februar die ersten Frühblüher, zum beispiel das Schneeglöckchen schon wagemutig und zeigen den Frühling an.

Angeblich wäre dies der Tag, an dem die Paarungszeit der Vögel beginnt. Diesen Glauben haben die Engländer vom Festland herübergetragen. Im Klima von Großbritannien trifft das eher nicht zu, in den Ursprungsgebieten der heidnischen Erklärungen für diesen besonderen Tag schon eher.

Auch das Fest der römischen Göttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie hat etwas mit dem 14. Februar und endlich auch wieder etwas mit Blumen zu tun. Ihr zu Ehren wurden am 14. Februar Blumenopfer dargebracht. Später, als die heidnischen Feste und Rituale nicht mehr gefeiert werden durften, wurden dann Frauen mit Blumen am Valentinstag bedacht

Auch in einem orientalischen Brauch finden wir Hinweise auf gemeinsame Wurzeln der Entstehung des Valentinstags. Am 14. Februar feierte man ein altindisches Fest zu Ehren des Gottes der Ehe und man sendete seiner Auserwählten Liebesschwüre.

Ihr seht, die alleinige Rückführung dieses Tages auf einen Bischof Valentin ist nicht möglich. Viele weitere Bräuche und Feste spielen eine Rolle.

Weltweite Bräuche zum Valentinstag

In den USA wird die Tradition rund um den Valentinstag wohl zum Äußersten getrieben. Hier verschenkt man nicht nur allzu gern eine einzelne Rose für viele Dollar an die Frau des Herzens, sondern bedenkt auch Freunde, Bekannte und Verwandte. Sogar Haustiere bekommen an diesem Tag ihr Futter aus einem herzförmigen Napf. In England schreibt man traditionell anonyme Gedichte und lässt sie den Auserwählten zukommen.

In Deutschland werden vor allem Blumen verschenkt. Besonders die Rosen als Blumen der Liebe gehen in diesen Tagen über die Ladentische der Blumenhändler. Auch Schokolade wird gern verschenkt.

In Japan steigt der Umsatz an Schokolade um den Valentinstag enorm. Fast 20 Prozent der jährlich überhaupt verkauften Schokolade soll in dieser Zeit über die Ladentische gehen. Hier ist es die Aufgabe der Frauen, diese zu verschenken. Doch nicht nur an den Liebsten, vor allem die Chefs sind die Nutznießer des 14. Februar. Dafür gibt es genau einen Monat später einen weiteren „Valentinstag“, an dem dann die Männer den Frauen Schokolade zurückschenken. Allerdings muss es dann weiße Schokolade sein, was dem Tag auch den Namen White Day eingebracht hat.

In Finnland zum Beispiel ist der Valentinstag eher ein Tag der Freundschaft denn der Liebe. Viele Karten und kleine Geschenke gehen einfach an diejenigen, die man mag.

In anderen Teilen der Welt wie in Saudi-Arabien wird versucht, diese herüberschwappende Tradition zu unterbinden. Hingegen springen hierzulande wieder viele Kirchen auf die Tradition auf und bieten zum Beispiel besondere Gottesdienste für Liebende an.

Rote Rosen am Valentinstag

Blumen am Valentinstag – der lange Weg der Rosen

Am häufigsten werden, wie wir schon mehrfach erwähnten, am Valentinstag Rosen verschenkt. Sie gelten als Blumen der Liebe und eine rote Rose oder eben einen ganzen Strauß zu verschenken, drückt deutlich aus, was man für die Person empfindet. Natürlich kommen diese Rosen mitten im Februar keinesfalls aus unseren Breitengraden, sondern haben einen langen Weg in LKW, meist aus Afrika, hinter sich. Zwischendrin im Frachtflieger und dann wieder im LKW landen sie irgendwann im Blumengroßhandel, um dort von den Blumenhändlern und Ketten pünktlich zum Valentinstag in rauen Mengen eingekauft zu werden.

Die Klimabilanz ist trotz der teils extrem langen Strecken gar nicht schlecht. Doch auf etwas anderes wollen wir doch noch kurz hinweisen. Bedenkt, wenn ihr eurem Liebsten oder eurer Liebsten einen großen Strauß kostengünstiger Rosen schenkt, wer diese für euch herangezogen und geerntet hat – und vor allem unter welchen Bedingungen. Leider sind die Arbeitsbedingungen auf den großen Rosenplantagen oftmals wirklich sehr schlecht. Wo genau sie herkommen, ist meist gar nicht mehr nachvollziehbar. Offenkundig ist allerdings, dass die Arbeiter für die roten Rosen im Akkord in den Gewächshäusern schuften und das für Hungerlöhne! Auch die Produktionsbedingungen hinsichtlich der Umwelt sind nicht immer die besten und schwach kontrolliert. Ungeklärt landen die Abwässer, mit viel Dünger, einfach wieder in der Umgebung und im Grundwasser.

Wir wollen euch die Freude an Blumen am Valentinstag nicht nehmen und natürlich dürft ihr gern Rosen schenken. Aber vielleicht überlegt ihr euch noch einmal, ob es die günstigste sein muss, oder ihr nicht doch lieber zu einer Rose oder einem Strauß aus fairem Handel greift. Diese sind extra gekennzeichnet. Diese sind zwar immer noch aus Afrika, aber unter besseren Bedingungen für Mensch und Natur herangezogen. Oder ihr verschenkt Blumen, die zumindest nicht nur ein paar Tage in der Vase überleben, sondern etwas näher an die Dauer der Liebe zu dem Menschen, den ihr beschenkt heranreichen – Topfpflanzen, wunderschöne Blumenzwiebeln im Topf, die nicht nur von Liebe, sondern auch vom Frühling künden und aus der Region kommen.

 

Blumen am Valentinstag – Traditionen weltweit
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