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Die Christrose (Hellborus niger) wird auch Schneerose oder Schwarzer Nieswurz genannt. Es gibt viele Helleborus- Arten, die in den Wintermonaten oder sehr zeitig im Frühjahr blühen und oft auch Christrose genannt werden. Doch nur die Helleborus niger ist die echte Christrose, denn sie blüht um die Weihnachtszeit. Die anderen Arten werden daher auch eher als Lenzrosen oder Nieswurze bezeichnet. Mit ihren weißen Blüten sieht sie im Garten oder auf Terrasse und Balkon zur Weihnachtszeit einfach wunderschön aus. Wir stellen die Christrose vor und geben Tipps zur Pflege.

Herkunft der Christrose

Die Christrose gehört zur Familie der Hasenfußgewächse. Die wintergrüne Staude wird zwischen 10 und 30 Zentimeter hoch und besticht durch wunderschöne große Blüten in den kalten Tagen im Winter und zeitigem Frühjahr. Die Christrose ist ursprünglich in den Alpen und im nördlichen Balkan beheimatet. Sie kommt in Höhenlagen bis zu 1900 Metern vor. Heimisch ist die Pflanze bei uns nur in Bayern. Man findet sie an Hängen, in lichten Mischwäldern und unter Fichten.

Die Christrose ist in all ihren Bestandteilen sehr giftig. In den Wurzeln finden wir Helleborin, in den Blättern und Blüten Saponin und Protoanemonin. Deswegen solltet ihr auf Christrosen verzichten, wenn ihr kleine Kinder oder Haustiere habt. Bei Kontakt mit den Giften kann es von leichtem Schwindel über Durchfall bis hin zum Kreislaufkollaps kommen.

Die Christrose, auch Nieswurz genannt, wurde sehr lange in der Heilkunde eingesetzt. Gegen Zahnschmerzen, Wutanfälle, Krampfleiden oder auch zum Zwecke der Abtreibung griff man zu dem schwarzen Nieswurz. Als Mittel gegen Melancholie war die Pflanze weit verbreitet. Doch zu einer medizinischen Nutzung kam es trotz vieler Versuche nie. Das liegt daran, dass die Kombination aus den Giftstoffen in der Pflanze besteht und medizinisch nutzbar nur das reine Helleborin ist. Auch heute noch setzen so manche Kräuter-Omas die Pflanze gegen Durchfall oder Wassersucht ein. Wir empfehlen euch, doch lieber auf eindeutig wirksame und nicht schädliche Präparate zurückzugreifen und nicht mit der Giftpflanze zu experimentieren.

Christrosen Arten

Die echte Christrose kann in zwei Unterarten eingeteilt werden. Die Unterart, der wir am häufigsten begegnen und die auch ihr wahrscheinlich im Topf habt, ist die Helleborus niger subsp. niger. Sie hat glänzende dunkelgrüne Blätter, die im vorderen Drittel am breitesten sind.  Die etwas seltener vorkommende Art ist Helleborus niger subsp. macranthus. Diese Unterart hat matte Blätter, die blaugrün gefärbt sind. Außerdem sind hier die Blätter mittig am breitesten. Da es in der kalten Jahreszeit nur wenige blühende Pflanzen gibt, wurden sehr viele Sorten der Helleborus gezüchtet.

Pflege der Christrose

Die Christrosen oder auch Schneerosen sind mit wenig Pflege zufrieden. Sie wachsen nicht besonders schnell, aber können bei guter Pflege und dem richtigen Standort sehr langlebig sein. Wenn ihr euch eine Helleborus-Art zulegt, kann es sein, dass sie euch überlebt. Voraussetzung für ein so hohes Alter ist, dass ihr die Pflanze in Ruhe wachsen und gedeihen lasst.

christrose im topf

Standort und Boden

Christrosen kann man im Garten pflanzen, aber auch toll in einem Kübel für die Terrasse oder den Balkon kultivieren. Die Christrosen mögen keine direkte Sonneneinstrahlung im Sommer. Doch im Winter benötigen die Pflanzen genug Helligkeit, damit sich die Blüten optimal entfalten können. Ein wenig Schutz brauchen die Nieswurze, auch wenn sie dem Frost wirklich gut trotzen. Der beste Standort ist deswegen wohl unter einem Baum oder Strauch, der im Winter seine Blätter abwirft. Ein kalkreicher Boden, der gern ein bisschen lehmig sein darf, eignet sich besonders gut für die Pflanzen. Im Kübel sollte die Helleborus nicht zu warm stehen und auch nicht ständig umgestellt werden. Das mag die schöne Pflanze gar nicht. Achtet bei der Standortwahl darauf, ob Kinder und Haustiere Zugang haben, denn wie bereits erwähnt, ist die Christrose giftig.

Am schönsten sehen alle Schneerosen in Gesellschaft mit anderen Frühblühern aus. Habt ihr die echte Christrose, dann pflanzt sie zum Beispiel mit Gräsern, zum Beispiel tollen Seggen, zusammen. Schneeglöckchen und Winterlinge vertragen sich hervorragend mit den Christrosen. Ein perfekter Partner für die Christrose ist das Alpenveilchen.

Gießen und Düngen

Wie fast alle Pflanzen mag auch die Christrose keine Staunässe. Achtet also darauf, dass ihr sie zwar regelmäßig mit Wasser versorgt, aber nicht zu reichhaltig gießt. Im Sommer braucht ihr die Christrosen im Garten gar nicht zusätzlich wässern, im Kübel muss natürlich ab und an ein Schlückchen Wasser sein. Auch beim Düngen solltet ihr eher sparsam sein. Nur bei sehr sandigem Boden im Garten braucht die Christrose ab und an ein bisschen organischen Dünger. Gut geeignet sind dafür Hornspäne, Hornmehl oder Humus. Zweimal im jahr reicht Düngen aus: zur Blütezeit und dann noch einmal im Hochsommer um den August herum.

Schneiden

Die Christrosen gehören nicht unbedingt zu den pflanzen, die man häufig beschneiden muss. Sie wachsen ja recht langsam. Entfernt am besten einfach nur die welken Blätter. Wenn ihr eure Christrosen beschneidet, dann tragt in jedem Fall Handschuhe, denn der austretende Saft kann schnell Hautreizungen auslösen.

Christrose auspflanzen

Oft kann man in der Weihnachtszeit die Christrosen als Topfpflanzen erwerben. Sie stehen dann meist viel zu warm und werden leider nach den Festtagen weggeworfen. Das muss aber gar nicht sein! Ihr könnt die Rose auch auspflanzen und habt so auch im nächsten Jahr und viele weitere darauf noch Freude an der Schneerose. Wichtig ist aber, dass ihr sie nicht zu schnell nach draußen verfrachtet. Am besten pflanzt ihr sie im März, also nach der Blüte, in den Garten. Habt ihr eine Hybrid-Art, also eher eine Lenzrose, dann kann es noch etwas später sein, ehe die Blütezeit vorbei ist.

Christrosen vermehren

Wollt ihr eure Christrose vermehren, gelingt das  am besten durch Aussaat. Im Frühjahr nach der Blütezeit haben sich die Samen gebildet, sind braun und öffnen sich leicht. Jetzt ist die richtige Zeit, die Samen in Töpfe zu stecken. Die Samenkörner werden aber nicht mit Erde bedeckt, denn die Christrose gehört zu den Lichtkeimern. Die Töpfe sollten geschützt stehen und ihr solltet sie leicht feucht halten. Ihr müsst eine ganze Menge Geduld haben, ehe sich in den Töpfen etwas tut. Erst einige Monate später, etwa im November, beginnen die Keimlinge zu wachsen. Auch danach braucht ihr noch einen langen Atem. Die Pflanze blüht erst nach etwa drei Jahren, manchmal dauert es auch noch ein Jahr länger. Lasst die Töpfe auf keinen Fall austrocknen. Das führt ohne Umwege zu einer Keimpause und aus den Monaten wird ein Jahr, ehe sich was im Topf regt. Außerdem sinkt die Wahrscheinlichkeit des Auskeimens von 95 auf 30 Prozent.

Krankheiten und Schädlinge bei Christrosen

Die Christrosen und Lenzrosen sind sehr robust und werden nicht häufig von Schädlingen befallen. Kommt es doch einmal dazu, dann ist es mit großer Wahrscheinlichkeit die Schwarzfleckenkrankheit, die der schönen Pflanze den Garaus machen will. Ihr erkennt die Krankheit an den graubraunen Flecken auf der Blattoberseite. Es kann auch dazu kommen, dass größere Blattflächen einfach ganz absterben. Schneidet die kranken Blätter großzügig ab und entsorgt sie im Biomüll. Auf den Komposthaufen sollten die kranken Blätter besser nicht, da sich die Erreger der Krankheit dann nur noch weiter verbreiten.

Auch der schwarze Mehltau kann bei Christrosen auftreten. Die Blätter verfärben sich bei dieser Krankheit und welken. Auch hier solltet ihr die befallenen Blätter abschneiden und entsorgen.

Ganz selten befallen Blattläuse die prächtige Winter-Staude. Eine Bedrohung sind die kleinen Tierchen für die Pflanze nicht. Wer sie dennoch loswerden möchte,  kann zur Vorsorge nach der Blüte alle Blütenstengel bis hinunter zum Boden abschneiden.

Christrose – Tolle Blütenpracht im Winter
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