Seite auswählen

Schon Februar kann man die ersten Krokusse auf den Wiesen, in den Parks und natürlich im Garten entdecken. Die tollen Frühblüher bilden wunderschöne Blütenteppiche und so mancher legt mit ihnen richtige Bilder an. In Lübeck zum Beispiel haben wir im letzten Jahr tolle Krokusfelder als Muster in einem Park gesehen. Der Krokus ist vor allem als Frühblüher bekannt. Das ist er aber nicht nur. Er eröffnet das Gartenjahr mit seinen frühblühenden Arten und schließt es aber auch wieder, denn es gibt auch den Herbst-Krokus. Er blüht im September und Oktober. Der Krokus hat, wie eigentlich alle Pflanzen, unserer Meinung nach natürlich auch ein Pflanzenportrait verdient. Erfahrt alles über die Herkunft, das Aussehen, die richtige Pflege und den Standort des Krokusses und lernt mit uns ein paar der über 80 Arten kennen. Na, dann kommt mal mit auf unsere bunte Krokus-Wiese!

Es blüht, es blüht
kommt alle her, ihr Leute
Der Krokus blüht
so wunderschön
und macht euch
eine Freude

Der Krokus
läut das Frühjahr ein
in seinen bunten Farben
Er blüht, er blüht
Der Sommer
muss noch warten

(Gerhard Ledwina)

Herkunft des Krokus

Der wilde Krokus hat seine Heimat in Mittel- und Südeuropa, in Nordafrika, Westchina und dem mittleren Osten. Man nennt dieses Gebiet auch den Krokusgürtel. Besonders viele von ihnen gibt es in der Türkei und in Griechenland, weswegen man auch vermutet, dass er dort ursprünglich herkommt. Zwischen 80 und 120 Arten soll es geben. Die Zahl variiert ein wenig, je nachdem, welche Grenzen man zwischen Wildarten und Zierformen ansetzt.

In Deutschland gibt es quasi keine wild vorkommenden Arten. Auch sehr alte Anpflanzungen in baden-Württemberg sind auch frühere Kultivierung zurückzuführen. Einzig eine Art, die des Weißen Krokus kann man als wilde Form in den Alpen finden. Aber auch diese wuchs nicht einfach schon immer, sondern wurde mit der Besiedlung durch die Menschen mit hergebracht.

Krokus Steckbrief

Name: Krokus
Botanischer Name: Crocus
Familie: Schwertliliengewächse
Arten: ca. 80 Arten plus Züchtungen
Verbreitungsgebiet: weltweit
Ursprung: vermutlich Griechenland
Blätter: meistens 4-6 Blätter hellgrüne Blätter
Blüten: röhrenartig mit drei Staubblättern
Blütenfarbe: gelb, weiß, violett
Blütezeit: Februar bis Mai und September bis Oktober
Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
Alter: 2 bis 6 Jahre

Aussehen des Krokus

Oft wird der Krokus als Zwiebelgewächs betitelt. Das ist er aber nicht. Er besitzt eine Stängelknolle, keine Zwiebel. Das, was fälschlicherweise als Zwiebel bezeichnet wird, ist ein verdickter, unter der Erde wachsender Stängel. Diese Knolle ist auch nur einjährig. Da Krokusse aber mindestens eine, meist aber mehrere Tochterknollen ausbilden, erreichen Krokusse eine ungefähre Lebensspanne von zwei bis sechs Jahren. Im Februar (bei den herbstblühenden Arten im September) sprießen aus dem Stängel schmale Blätter hervor. Sie sehen ein bisschen aus wie Grashalme. Danach folgt die Blüte, die wie eine Röhre aussieht und drei Staubblätter besitzt, die goldgelb herausragen. Bei den Herbstkrokussen kann es auch vorkommen, dass die Blätter erst nach der Blüte herauskommen.

Krokus violett im Sonnenlicht

Pflege des Krokus

Der Krokus ist eine sehr genügsame Pflanze und benötigt kaum Pflege.  Eigentlich gedeiht er sogar am besten, wenn man ihn einfach in Ruhe lässt. Er ist vollständig winterhart und kann auch mit einem Kälteeinbruch, nachdem er schon die Blätter und Blüten aus der Erde gereckt hat, problemlos umgehen. Sogar durch Schneedecken, ähnlich wie das Schneeglöckchen, kann er wachsen und uns mit seiner Farbenpracht erfreuen. Dch nicht nur uns erfreut die tolle Farbenpracht. Für Hummeln und andere Insekten stellen Frühblüher wie der Krokus erste wichtige Nahrungsquellen dar. Tut also auch den sterbenden Insekten etwas gutes und pflanzt viele Krokusse in eurem Garten und auf dem Balkon.

Richtiger Standort und Boden

Die Krokusse, die im Frühjahr blühen, mögen einen sonnigen Standort, Herbstblüher hingegen mögen es lieber etwas schattiger. Je mehr Schatten eure Krokusse abbekommen, desto spärlicher wird die Blüte ausfallen. Krokusse mögen einen lockeren Boden, denn Staunässe können sie gar nicht vertragen.  Die herbstblühenden Sorten vertragen auch ein bisschen lehmhaltigeren Boden.  Sie sollten ihren Platz auch nicht auf dem Rasen finden, sondern lieben es in Blumenrabatten und Töpfen auf der Terrasse ihre Blütenpracht zu entfalten.

Wenn ihr die Krokusse auf dem Rasen pflanzt, müsst ihr, genau wie in unserem Beitrag zu den Schneeglöckchen auch schon erwähnt, mit dem ersten Rasenschnitt ein bisschen geduldig sein. Denn zunächst müssen die Blätter und Blüten der Krokusse richtig welk und am besten in die Knolle zurückgezogen sein, ehe ihr den ersten Rasenschnitt macht. Wenn ihr den Rasen, und damit die Krokusse und Schneeglöckchen, vielleicht auch Narzissen, schon vorher mäht, schwächt ihr die Knollen und Zwiebeln und habt im nächsten Jahr nicht wieder solch eine schöne Pracht wie in diesem.

Krokus pflanzen

Krokusse werden allesamt im Herbst gepflanzt. Von August bis Anfang November kommen die Knollen in die Erde. Die im Herbst blühenden Krokusse müssen allerdings gleich bis Mitte September gepflanzt werden. Die frühblühenden Arten und Hybriden pflanzt ihr am besten im Oktober rund Anfang November.  Man pflanzt die Knollen etwa 6 bis zehn  Zentimeter tief und sollte immer einen Abstand von einer Knolle zur nächsten Knolle haben. Die Herbst blühenden Krokusse haben etwas größere Knollen und werden daher ein wenig tiefer gesetzt.

Die Krokusse sehen am schönsten in einer Gruppe aus, entweder unter ihresgleichen, aber auch wunderschön mit an deren Frühblühern wie Tulpen, Narzissen und Hyazinthen. Wir haben für eine natürliche Streuwiesenbepflanzung schon in unserem Portrait der Tulpe den Tipp gegeben: Nehmt einfach die Blumenzwiebeln und Knollen, mischt sie in einem Korb oder Eimer und streut sie mit der Hand aus. Da, wo sie liegenbleiben, pflanzt ihr sie ein. So wird es schön natürlich!

Anekdote: 

Bevor ihr gelbe Krokusarten und Sorten pflanzt, schaut euch in eurem Garten nach Amseln um. Die Amsel erkennt nämlich in den gelben Röhrenblüten die gelben Schnäbel ihrer Artgenossen und fällt sie als vermeintliches Männchen, der im Frühling nur Konkurrenz darstellt, an. Gelbe Krokusfelder werden bei Anwesenheit von Amseln also schnell zu Schlachtfeldern und werden regelrecht zerpflückt. 

Krokus düngen

Gedüngt werden muss der Krokus im Prinzip nicht. Meist steht er auf Rasenflächen, die im Sommer sowieso ab und an gedüngt werden und so zieht sich die Knolle ihre benötigten Nährstoffe aus der Umgebung. Beim Pflanzen der Krokusse kann man Kompost dazugeben, sodass ein Grundstock an Nährstoffen da ist. Flüssiger Volldünger oder Blaukorn wird von manchen Gartenratgebern empfohlen. Wer einen natürlichen Teppich aus Krokussen haben möchte, verzichtet lieber darauf. Habt ihr Tulpen in der Nähe stehen oder ihre Zwiebeln in der Erde? Dann setzt auf gar keinen Fall Blaukorn ein, es schwächt die Zwiebel der Tulpe. Was nützt es, ein Jahr riesige Krokusse zu haben, die durch unnatürliche hohe Nährstoffzugaben entstanden sind und auch im nächsten Jahr wieder danach hungern und die Tulpen nebendran verkümmern?

Krokusse umsetzen

Wenn ihr die Krokusse im nächsten Jahr einmal an einer anderen Stelle als Frühblüher haben möchtet, dann könnt ihr sie natürlich umsetzen. Der beste Zeitpunkt dafür ist nach der Blüte. Sind die Blätter welk und eingetrocknet,, schneidet ihr sie ab. Alles, was noch Grün ist, lasst ihr aber stehen. In der nächsten Zeit sollten sich dann diese grünen Rest in die Knolle zurückziehen. Das ist die richtige Zeit, um die Knollen aus dm Boden zu holen. Nun setzt ihr aber die ausgegrabenen Stängelknollen nicht gleich an den anderen Platz, sondern lagert sie an einem kühlen und trockenen Ort. Kisten mit Sand und Holzwolle eignen sich sehr gut. Im Herbst werden die Knollen dann wieder ausgepflanzt.

Vermehrung

Krokusse vermehren sich von ganz alleine. Die Stängeknollen bilden eine oder auch mehrere Tochterknollen aus, die sich abspalten und im nächsten Jahr austreiben. Diese könnt ihr auch nehmen und sie an einem anderen Ort wieder ausbringen. Oft lässt man ja die Krokusse eher verwildert über den rasen wachsen. Dafür eigenen sich besonders der Gold-Krokus, der Frühlings-Krokus, der Elfen-Krokus und der Kleine Krokus. Sie bilden richtig starke Horste. Diese könnt und müsst ihr nach ein paar Jahren teilen. Ein teil des Horstes könnt ihr dann wieder an einer anderen Stelle pflanzen und schon vermehrt sich dieser wieder selbstständig.

Natürlich könnt ihr Krokusse auch durch Saat ziehen und vermehren. Dafür müsst ihr aber eine Menge Geduld haben. Das lohnt sich wirklich nicht. Achtet beim Kauf der Knollen auf eine gute Qualität. Das kann man einfach nicht oft genug sagen. Bei den Schneeglöckchen finden sich sehr viele schwarze Schafe und auch bei den Krokussen ist in manchen billigen Schnäppchen aus dem Baumarkt nicht das drin, was man sich erwartet hat.

Krankheiten und Schädlinge

Krokusse sind sehr robust und nicht anfällig für besondere Krankheiten.  Selten kommt es einmal zur Knollenfäulnis, die durch Pilze verursacht wird. Wühlmäuse sind die einzigen Feinde, die die Krokusse befallen können. Das liegt daran, dass in Zeiten der Nahrungsknappheit gern an den Knollen und anderen Blumen und Gemüsezwiebeln geknabbert wird.  Mit Mitteln aus dem Handel, oder besser noch, einer Katze, könnt ihr Herr über die Wühlmausplage werden. Wie ihr Wühlmäuse bekämpfen oder vertreiben könnt, lest ihr in unsere Beitrag zu den Wühlmäusen.

Violette Krokusse im Schnee

Ausgewählte Arten und Sorten des Krokus

Die Gattung der Krokusse wird unterteilt in drei Gruppen: die frühblühenden Botanischen Krokusse, die Großblumigen Hybriden und die herbstblühenden Krokusse. Die Hybriden werden auch oft einfach Garten.-Krokusse genannt.

Frühblühende Botanische Krokusse

Die Frühblüher unter den Krokussen haben recht zierliche Blüten, die sich schon im Februar zeigen und meist bis Ende März erhalten bleiben. Schnee und Frost sind für sie kein Problem. Hierzu gehören beispielsweise der Kleine Krokus, der Frühlingskrokus und der Elfen-Krokus. Von diesen Arten gibt es noch zahlreiche Sorten. Eine ganz besondere und recht neue Sorte ist hier der Orange Monarch. Wie der Name schon sagt, gehen seine Blüten in ein starkes Orange, was bei Krokussen extrem selten ist.

Garten-Krokusse

Die Hybriden beginnen im März an zu blühen. Sie haben etwas größere Blüten und ihre Farbpalette erstreckt sich von Weiß über Gelb bis hinzu einem Blau oder ganz sattem Violett. Es gibt sogar gestreifte Sorten wie die Pickwick. Auch der Gold-Krokus, der sehr beliebt ist, gehört zu den Garten-Krokussen. Aus seiner Knolle kommen gleich mehrere, herrlich gelb leuchtende Blüten. Beliebte Sorten bei den garten-Krokussen sind: Haarlem Gem (hellviolett blühend), Jeanne d`Arc`(weißblühend) und Queen of the Blues, deren violetten Blüten leicht silbrig schimmern.

Herbstblühende Krokusse

Mitte September erstrahlt dann die Blütenpracht der herbstblühenden Krokusse. Vor allem drei Arten sind verbreitet und beliebt. Safran-Krokus, Ring-herbst-Krokus und der Pracht-Krokus stehen in den Gärten und zaubern noch einmal schöne blaue, violette, gelbe und weiße Töne in die Herbstsonne. Der Pracht-Krokus wird oft mit der Herbstzeitlosen verwechselt. Sie ist aber nur seine giftige Stiefschwester und gehört zur Familie der Liliengewächse. Jetzt seid ihr sicher schon über das Wort Safran gestolpert. Dann gehen wir natürlich auch noch darauf ein.

Safran -Das teuerste Gewürz der Welt

Safran-Krokus und Safranfäden

Krokusse werden gemeinhin als Zierpflanze verwendet. Nur eine Art weicht davon ab, der Crocus sativus, der Safran-Krokus. Natürlich könnt ihr diesen Vertreter auch in eurem Garten oder im Blumentopf pflanzen und euch daran erfreuen, aber kommt nur nicht auf die Idee, das teuerste Gewürz der Welt selbst herstellen zu wollen. Ihr benötigt 200.000 bis 400.000

Blüten, um ein Kilogramm Safran zu gewinnen. Für ein paar Milligramm wird es aber auch in der Gartennutzung reichen. Doch nicht nur die Unmengen an Blüten, die zur Herstellung von Safran benötigt werden, macht den Crocus sativus zu einer solchen Rarität. Er ist durch eine Mutation auch noch unfruchtbar und muss aufwendig nachgezogen werden.

Mit dem Safran endet unser Spaziergang über die Krokuswiese. Wir hoffen, euch ein bisschen unterhalten zu haben und im besten Fall habt ihr auch noch etwas gelernt. Wenn ihr noch Anregungen und Tipps habt, dann schreibt uns doch einen Kommentar. Wir freuen uns wie immer auf eurer Feedback. Auch für eine Bewertung in Form von vielen Sternen  sind wir dankbar. Wir lesen sun bald wieder im nächsten Artikel aus der schönen Pflanzenwelt.

Der Krokus – Frühblüher in großer Vielfalt
5 (100%) 3 votes