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Seit vielen Jahren schon gilt die Kornblume als vom Aussterben bedroht. Man findet sie nur noch selten an Feld- und Ackerrändern, denn sie wurde als Unkraut bekämpft. Heute steht sie deswegen unter Naturschutz. IN manchen Gärten allerdings findet man die leuchtend blaue Blume wieder. Viele Gartenfreunde entdecken die Kornlume wieder und geben ihr eine Chance zum Überleben. Mit ihrem intensiven Blau und den filigranen Blüten sieht sie nicht nur wunderschön aus, sondern sie gilt auch als Heilpflanze. Außerdem ist die blaue Blume der Äcker eine tolle Pflanze für die ebenfalls bedrohten Wildbienen, Ein Grund mehr, ihr im Garten und auf dem Balkon eine Chance zu geben. Wir stellen euch die Kornblume in unserem Plfanzenportrait vor, erzählen euch etwas zur Geschichte und Bedeutung und geben natürlich Tipps zur Pflege und Vermehrung.

Kornblume Steckbrief

volkstümliche Namen: Blaumütze, Kaiserblume, Kornbeißer, Roggenblume, Scharnelke, Zyane, Ziegenbein, Zachariasblume uvm.
Botanischer Name:  Centaurea cyanus
Englischer Name:  Corn Flower
Gattung: Flockenblumen (Centaurea)
Pflanzenfamilie:  Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie:  Asterngewächse (Carduoideae)
Arten: mehr als 350
Herkunft: Mittelmeergebiet
Blätter: oben; schmal, lanzettlich, unten; leicht gesägt
Blüten: körbchenförmig aus Röhrenblüten
Blütenfarben: blau bis leicht violett (Züchtungen auch schwarz, rosa, weiß)
Blütezeit:  Juni bis September
Wuchshöhe:  20 bis 80 Zentimeter
Standort: sonnig
Alter: einjährig

Herkunft und Vorkommen

Die Kornblume kommt  vor allem in Europa und Westasien vor. Von Finnland bis in den Süden von Griechenland, von Belgien bis hinüber zu Georgien, Weißrussland und Aserbaidschan reicht ihr Verbreitungsgebiet. Eigentlich ist die Kaiserblume ursprünglich nicht in Mitteleuropa beheimatet, sondern kommt aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Wahrscheinlich wurde sie in unseren Breitengraden unbeabsichtigt als Saatgut eingeführt. Seit der Mensch Ackerbau betreibt, begleitet die blaue Blume unsere Getreidefelder. Wie schon erwähnt, wurde sie aber erfolgreich als Ackerunkraut bekämpft und gehört nun zu den seltenen Arten, die besonderen Schutz erfordern.

Symbolik und Bedeutung der Kornblume

Schon Ceres, die römische Göttin der Ernte, trug Kornblumen im Haar, im alten Ägypten erhielt sie besondere Aufmerksamkeit und wurde dem Lotus gleichgestellt. Der bekannte griechische Arzt Hippokrates bezeichnete alle blau blühenden Arten der Enziangewächse als Centaurea und übertrug diese Bezeichnung auch auf unsere Kornblume. Wahrscheinlich leitet sich der Name von dem Kentauren Chiron ab, der die Wunde von Achilles heilte. Die Kornblume wurde in der Vergangenheit und so wohl auch im antiken Griechenland als Heilpflanze eingesetzt und galt als besonders wundheilfördernd. Der Trivialname Cyane oder Zyane, dem man auch heute noch im Volksmund begegnet, leitet sich von der Farbe Cyan für die Blüten ab.

Im 19. jahrundert wandelte sich die Bedeutung der Kornblume bei uns in Deutschland von der einer heilenden Begleitpflanze des Getreides zur preußischen Blume und Blume der Romantik. Wegen des frühen Todes von Königin Luise, gab deren Sohn, der spätere Kaiser Wilhelm der Erste, den besonderen Anstoß für den romantischen Kult um die blaue Blume. Er erkor diese nach dem Tode der Königin zu seiner Lieblingsblume, Die Uniformen der preußischen Soldaten bekamen in Anlehnung an die Blume die Farbe Preußisch Blau. In der Romantik inspirierte die blau leuchtende Blume viele Dichter und Maler. Übrigens ist die Kornblume die Nationalblume Estlands.

Die Kornblume in der Sprache der Blumen

Die leuchtenden Blüten standen schon immer für Reichtum.. Dies ergibt sich aus ihrem bevorzugten Standort auf und an Getreidefeldern. Aber sie ist auch ein Symbol für Treue und Reinheit. Sie wurde zum Beispiel als Zeichen für die Jungfrau Maria angesehen. Daher kommt wahrscheinlich auch der mittelalterliche Brauch, den jungen Mädchen zur Hochzeit Kornblumenkränze zu flechten. Verschenkt ihr eine Kornblume, so bringt dies dem Beschenkten Wohlstand und Glück. Kornblumen wurden auch gern von abgewiesenen Verehrern geschenkt, die damit ausdrückten, dass sie weiter um die Liebste kämpfen werden.

Erscheinungsbild der Kornblume

Die Kornblume wächst aufrecht zwischen 20 und 80 Zentimetern in die Höhe und hat einen leicht holzigen Stängel, an dem sich die Blätter befinden und an dessen Ende dann das Blütenkörbchen sitzt. Der Stängel selbst ist im oberen Bereich verzweigt und leicht behaart. An ihm sind wechselständig die Laubblätter angeordnet. Die unteren Blätter sind lang und spitz, man spricht auch von einer lanzlettlichen Form. Manchmal sind sie gefiedert aufgespalten, aber immer mit einem einfachen Blattrand versehen. Die oberen Laubblätter sind deutlich kleiner, auch lanzettlich, aber oftmals gesägt.

Besonders auffällig und ja auch namensgebend sind die körbchenförmigen Blütenstände der Kornblume. Sie leuchten in einem Violett- oder Blauton. Die inneren Röhrenblüten sind von den Deckblättern geschützt. Die Hüllblätter sind zunächst von kleinen Filzhaaren umgeben, verkahlen dann später aber und verfärben sich an den Rändern braun bis schwarz. Schon die inneren Hüllblätter haben eine leichte violette bis blaue Färbung. In der Mitte sitzen 30 bis 35 Röhrenblüten. Die Blüten sind eine wahre Weide für Wildbienen und Hummeln. Es lohnt sich also, nicht nur als Zierde für unsere Augen, sondern auch als Nahrungsquelle für die gefährdeten Bienen, Hummeln und andere Insekten, Kornblumen im eigenen Garten anzupflanzen.

 

Beliebte Zuchtsorten der Kornblume

Blauer Junge

Eignet sich besonders auch als Schnittblume, da diese Sorte sehr hoch wird. Blütenkörbe sind intensiv blau gefärbt. Blüht zwischen Juni und Juli.

 

 

Black Ball

Intensiv schwarze Blüten im Juni bis September. Werden 35 bis 40 Zentimeter hoch.

 

 

Blauer Ball

Gefüllte Sorte einer blau blühenden Kornblume. Wird etwa 80 Zentimeter hoch. Blüht von Juni bis September in einem kräftigen Blau.

 

 

Gefüllte Prachtmischung

Die Blüten sind halbkugelig und gefüllt. In verschiedenen bunten Farben von hell–violett über blau bis ins Rosa. Die Röhrenblüten sind gefranst.

Pflege und Anbau der Kornblume

Natürlich wollen wir uns nicht nur mit der Bedeutung der Kornblume und ihrem Erscheinungsbild befassen. Wir geben euch auch heute wieder praktische Tipps zur Pflege und dem Standort der wunderschönen Kaiserblume an die Hand.

Standort

Gemäß ihrer ursprünglichen Herkunft liebt es die Kornblume trocken und sonnig. Auf Rabatten im Garten oder auf dem Balkon gedeihen sie prächtig, wenn sie genug Sonne bekommen. Der Boden sollte humusreich und locker sein. Kalkhaltige Böden sind bestens für die Kornblumen geeignet. Die Pflanze toleriert auch sandige Böden, aber optimal ist das nicht. Gänzlich ungeeignet sind überdüngte oder sehr nährstoffreiche Böden, denn die überflüssigen Nährstoffe setzen der Wurzel zu. Trotz eines Übermaßes an Nährstoffen kommt es so zu Mangelerscheinungen.

Aussaat und Vermehrung

Die Zyane ist ein Kaltkeimer. Deswegen ist die optimale Zeit für die Aussaat von März bis April. Am besten zieht ihr sie vor und setzt sie dann im Mai an die gewünschte Stelle. Zum Keimen benötigen die Samen Licht. Sie werden also maximal einen Zentimeter tief in die Erde gebracht. Nach circa zwei Wochen sollten sich die ersten Keime zeigen. Nach vier Wochen könnt ihr die Pflänzchen pikieren.  Die Pflanzen, die ihr dann im Mai setzt, sollten etwa einen Zentimeter tief in die  Erde. Haltet genügend Abstand. Empfehlenswert sind um die 30 Zentimeter.

Tipp: Zupft verblühte Blüten der Kornblume regelmäßig ab. So fördert ihr die Mehrfachblüte.

Ihr könnt die Zyane auch selbst vermehren. Dies gelingt durch Aussaat oder Teilung. Wollt ihr die Samen der Kornblume, so schneidet die verblühten Blüten nicht ab, sondern lasst sie stehen und sich zu Früchten bilden. Die samen aus den Fruchtständen könnt ihr dann sammeln. Allerdings funktioniert dies nur bei den Naturarten. Die meisten Ziersorten und die gefüllten Kornblumen bilden keine verwertbaren Fruchtstände. Für die Vermehrung dieser Kornblumenarten bietet sich eher die Teilung an. Im Sommer stecht ihr die ganze Pflanze aus und teilt einen Steckling mit einem Messer ab. Die kleinen Stecklinge setzt ihr dann wieder in die Erde ein.

Gießen und Düngen

Da die Zyane einen recht trockenen und lockeren Boden bevorzugt, solltet ihr sie auch nur mäßig gießen. Vermeidet unbedingt Staunässe, denn sie führt zur Wurzelfäule. Auch beim Düngen solltet ihr eher vorsichtig sein. Hohe Düngergaben verträgt die schöne Pflanze überhaupt nicht. Bringt lieber effiziente Mikroorganismen, die ihr im Handel unter der geschützten Bezeichnung EM als Mischung bekommt, in den Boden ein. In diesen Mischungen sind insbesondere Milchsäuregärung fördernde Bakterien und Hefen enthalten.

Krankheiten und Schädlinge

Kornblumen sind sehr robust und werden nur gelegentlich von Krankheiten heimgesucht und Schädlingen befallen. Sind die Kornblumen bzw der Boden zu trocken, nisten sich gern Spinnmilben ein. Die feinen Gespinste an den Blattunterseiten werden mit Raubmilben oder Pflanzenschutzmitteln bekämpft. Stehen eure Kornblumen hingegen viel zu dunkel und gesellt sich noch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit hinzu, dann kann der Echte Mehltau auftreten. Den Pilzbefall erkennt ihr an den weißgrauen Flecken an der Blattoberseite, der sich dann auf das ganze Blatt ausbreitet. Befallene Blätter müssen in jeden Fall entfernt werden. Sind eure Pflanzen stärker vom Mehltau befallen, müssen die gesamten Pflanzen entsorgt werden.

Die Kornblume in der Küche

Die Blüten der Zyane werden in der Küche verwendet, meist jedoch nur als Dekoration. Sie sind essbar, wie viele andere Blütenpflanzen auch. Die kleinen einzelnen Röhrenblüten haben einen leicht würzigen Geschmack. Die Kelche solltet ihr nicht verwenden, denn sie enthalten ziemlich viele Bitterstoffe. Vor allem auf Desserts sieht die Kornblume dekorativ aus und setzt durch ihren leichten Geschmack nach Endivie schöne Kontraste zu den süßen Speisen. Aber auch auf kalten Platten zieren die blauen Blüten die fein drapierten Speisen. Besonders schnell hergestellt ist der Kornblumenzucker, welcher über verschiedene Speisen und Kuchen gestreut werden kann.

Die Kornblume als Heilkraut

Die Bedeutung der Kornblume als Heilkraut ist heutzutage nicht mehr allzu groß. Das heißt aber nicht, dass in ihr nicht Inhaltsstoffe vorhanden sind, die eine heilkundliche Erwähnung wert wären. Es gibt nur meist eine andere Pflanze, in der die Konzentration und damit die Wirkungskraft des Inhaltsstoffes höher ist und die sich dadurch besser für spezielle Gebrechen oder Erkrankungen eignen. In der Kornnelke sind vor allem Gerbstoffe, Flavonoide,  Schleimstoffe und Bitterstoffe enthalten, die folgendermaßen wirken:

  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • wundheilungsfördernd
  • wassertreibend
  • blähungslindernd
  • verdauungsfördernd

So verwundert es nicht, dass die Kornblume im Mittelalter als eine universelle Heilpflanze galt. Besonders häufig wurde sie aber im Sud bei schlecht heilenden Wunden, Fieber und Bissen bzw. Stichen giftiger Insekten und Spinnen angewendet. Auch bei Mundfäule und Augenreizungen wurden zerstoßene Kornblumensamen eingesetzt. Heute werden vor allem die Blüten als Tee oder Tinktur gegen Blasenleiden, Nierenbeschwerden und Verdauungsbeschwerden verwendet. Wie schon im Mittelalter sind Breiumschläge mit der blauen Blume auch heutzutage ein gutes Mittel gegen Bindehautentzündung oder Entzündungen der Augenlider. Besonders bekannt ist die Blaue-Blüten-Tinktur, in der neben der Kornblume auch noch weitere Pflanzen wie Lavendel, Thymian oder Borretsch enthalten sind. Diese Tinktur wirkt positiv bei innerer Unruhe und Nervosität und soll das Denkvermögen fördern.

Wollt ihr die Kornblumenblüten in der Küche oder für einen Tee oder eine Tinktur verwenden, bedenkt, dass ihr die Blüten nicht in freier Natur pflücken dürft. Greift auf eure selbst angebauten Kornblumen zurück oder sucht einen Händler bzw. professionellen Gärtner auf.

Vielleicht sollten wir der Kornblume als Heilkraut, aber auch als zierende und wichtige Pflanze für unser Ökosystem wieder etwas mehr Beachtung schenken. Sie hat so viele positive Eigenschaften, da muss man sie doch einfach in seinen Garten pflanzen. Was ihr dabei hinsichtlich Pflege und Standort beachten solltet, wisst ihr ja nun. Wenn ihr Kornblumen in Garten und auf dem Balkon habt, dann berichtet uns doch gern von euren Erfahrungen. Wir freuen uns immer über Feedback!

Die Kornblume – Freund der Bienen
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