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Welche Gartenschere ist die beste?

Jeder Gärtner weiß, wie wichtig eine qualitativ hochwertige Gartenschere ist. Nichts ist schlimmer beim Pflanzenschnitt als eine Gartenschere die beim Schneiden hakt, sich verklemmt oder unsauber arbeitet.

In unserem neuen Blogartikel zeigen wir, worauf man achten muss, wenn man eine Gartenschere kaufen will. Es gibt verschiedene Faktoren wie man die Qualität einer Gartenschere erkennen kann. Am Ende bleibt sicher nichts anderes übrig als testen. Aber damit Ihr nicht tausende Gartenscheren testen müsst, geben wir euch eine Starthilfe.

Welche Gartenschere für welchen Einsatz?

Bevor wir uns die Qualitätsmerkmale von Gartenscheren angucken, müssen wir erstmal klären, wofür man welche Gartenschere braucht? Wer mit einer Heckenschere versucht einen kräftigen Ast abzuschneiden, wird feststellen, dass es entweder nicht funktioniert oder die Schere (auch wenn sie noch so gut ist) kaputt geht. Um die Qualität tatsächlich richtig zu beurteilen, ist es wichtig, die Schere auch richtig zu verwenden.

Gartenscherenarten

Die Gartenscheren werden in folgende Arten unterteilt:

  • Astschere
  • Baumschere
  • Heckenschere
  • Rosenschere
  • Rasenschere
  • Universalschere

Die Ast und Baumscheren sind deutlich größer und benötigen mehr Kraft und Handling, daher bedient man sie mit zwei Händen. So erzielt man durch die Hebelwirkung genügend Kraft, um auch dicke Äste zu zerteilen. Es gibt diese Scherenart in unterschiedlichen Längen und auch mit Teleskopaufsatz, damit man auch ohne Leiter bis in die Baumkrone kommt.

Alle anderen mit einer Hand zu bedienenden Scheren kann man nochmal unterteilen in Scheren für Rechts- und Linkshänder, sowie in diverse Größen für kleine und große Hände. Sobald – je nach Verwendung – die richtige Schere gefunden ist, dann geht es noch darum, die passende Schnittleistung zu ermitteln. Man spricht hierbei auch von Schnittstärke. Berechnet wird die Schnittstärke in Millimeter.

Baum- und Astscheren

Astschere

Je länger die Arme der Astscheren sind, desto größer ist die Hebelwirkung und die Kraft die man erzielt. Kauft euch keine günstige Baumschere, da diese meistens qualitativ minderwertig ist und das Holz eher quetscht als schneidet. Wie der Name schon sagt, kommt diese Schere bei dicken Ästen zum Einsatz. Der Schnitt dauert durch das lange Ansetzen sehr lange und wäre bei kleineren Arbeiten daher nicht sehr ergiebig.

Heckenscheren

Heckenschere

Heckenscheren sind die Profis für eure Hecke. Einen guten Formschnitt erreicht man nur mit guter Qualität, ansonsten verhunzt man sich die Hecke und die Nachbarn kichern. Hier gibt es auch wieder drei verschiedene Antriebsarten:

Elektroantrieb

Vorteil: Strom (im besten Fall ökologisch sauber), keine Handarbeit

Nachteil: Steckdosenzwang, Kabel (Stolpergefahr)

Benzinantrieb

Vorteil: Benzin – keine Abhängigkeit von einer Steckdose, keine Stolpergefahr, hohe Geschwindigkeit und sehr gute Leistung

Nachteil: Umweltbelastung, höher im Preis, Gestank, Feuergefahr

Handbetrieb

Vorteil: ökologisch unbedenklich, echte Handarbeit

Nachteil: Zeitaufwand

Rosenscheren

Rosenschere

Der Schnitt mit Rosenscheren sorgt für wiederkehrende üppige Blüten. Der Schnitt muss sehr fein und sauber sein, daher handelt es sich bei Rosenscheren um Bypass-Scheren. Die Scheren müssen häufig geschärft werden, da sie auch häufig genutzt werden. Hier ist es das Geld wert auf eine anständige Schere mit gutem Stahl zu achten, damit das Schärfen keine Probleme bereitet. Reinigt die Schere nach dem Schnitt, damit kein Rost ensteht.

Rasenscheren

Rasenschere

Jeder hat wohl einen Rasenmäher – aber wenn es um Details geht oder Ecken wo der Mäher nicht hinkommt, dann kommt die Rasenschere zum Einsatz. Besonders penible Menschen können natürlich zur Nagelschere greifen, aber bei größeren Flächen eignet sich die Rasenschere am besten. Auch eine Sichel wäre zur Verwendung denkbar.

Universalscheren

Universalscheren können von allem ein bisschen aber nichts richtig. Die meisten Gartenbesitzer legen sich eine Universalschere zu, da es viele unterschiedliche Anwendungen und Aststärken gibt. Leider sind die Schnitte auch dementsprechend unprofessionell und die Haltbarkeit ist gering. Nicht etwa durch die Qualität, sondern durch die ständige Nutzung.

Qualitätsmerkmale von Gartenscheren

Schnittsysteme

Da wir nun schon fast die beste Schere für den Garten gefunden haben, ist es wichtig sich das System der Gartenschere anzusehen. Man unterteilt hier in folgende Schnittsysteme:

  • Amboss
  • Bypass
  • 2-schneidig

Die Bypassschere hat eine Gegenklinge, an welcher die gebogene Schneide vorbeigleitet. Hierbei ist die Quetschung sehr gering und man richtet wenig Schaden an. Der Schnitt ist sehr sauber und lässt sich sehr exakt führen. Dafür ist die Schere nicht annähernd so kräftig. Man verwendet sie bei weichen und frischen Hölzern bzw. dünnen Ästen.

Die Amboss-Schere ist der Spezialist für harte, trockene und dickere Hölzer. Hierbei wird das Holz auf die gerade Schnittfläche gequetscht und dann abgetrennt. Dadurch ist der Schnitt vergleichsweise unsauber aber übt mehr Kraft aus. Auch hier entscheidet wieder die Verwendung, welche Gartenschere die beste ist.

Die 2-schneidige Schere ist der Klassiker unter den Schnipplern und trennt ohne Ansatz ab. Sie kommt in der Regel bei leichten bis mittelschweren Schneidearbeiten zum Einsatz. Anwendungsbeispiele sind Blumen, frische Pflanzentriebe, Reben und Stauden. Man erkennt diese Scheren auch am schmalen Kopf. Je nach Betätigungsfeld gibt es auch noch spezielle Kopfformen wie im Obstbau gerne verwendet.

Gartenscheren Kopfformen

Funktionen

Kommen wir zu guter Letzt noch zu den Zusatzfunktionen.

  • Feststellmechanismus
  • Stufenmechanismus
  • austauschbare Klingen
  • Abrutschsicherung
  • bewegliche Griffe

Eine eingebaute Sperre in Form eines Feststellmechanismus ist Standard und ein wichtiges Sicherheitsmerkmal. Wer möchte schon, dass die Schere von alleine aufgeht? Der Stufenmechanismus stellt sich automatisch auf die Dicke des Astes ein und gibt einen besonderen Komfort.

Ausstattung

Auch bei der Ausstattung gibt es wieder mal Unterschiede. So gibt es Gartenscheren einfach nur lackiert ohne Kunststoffüberzug. Hier tuen einem schnell die Hände weh, da es keinen Softgriff gibt, der den Schnitt abfedert oder sich der Ergonomie der Hand anpasst. Am Ende des Tages hat man Blasen an den Händen und das trotz Handschuhen. Gerade die Formen und die Verarbeitung spielen nochmal eine wichtige Rolle, die über den Schneidekomfort entscheiden. Aber ein Softgriff ist nicht gleich ein Softgriff. Hier gibt es billige Varianten die nicht nur schnell defekt gehen, sondern auch trotz 2K-Griffs wenig geschmeidig in der Hand liegen. Das hilft nur testen!

Bei den Klingen solltet Ihr darauf achten, dass die Klingen bruchfest und rostfrei sind.

Elektrisch oder manuell

Ob Ihr die Arbeit mit der Hand durchführen möchtet, sollte von eurer Einsatzbereitschaft, der Menge der Schnittarbeiten und dem Budget abhängen. Sicher ist es komfortabel beispielsweise die Hecke mit einer elektrischen Heckenschere zu schneiden und sobald man einige Meter zu schneiden hat, macht das auch Sinn. Dennoch braucht man für einige Schnittaufgaben auch die gute alte Handschere und so werdet Ihr mit einem eigenen Garten nicht drum herum kommen, sich beide Scherenarten zu kaufen.

Der Preis

Auch wir sind manchmal Sparfüchse und hassen es nur für einen Markennamen zu viel zu bezahlen. Leider zeigt die Erfahrung bei Gartenscheren, dass mehr Geld auch mehr Qualität mit sich bringt. Hier sollte man nicht sparen. Was nicht heißt, dass Ihr zu einer bekannten Baumarkt-Marke greifen müsst. Es gibt sehr viele gute Premium-Hersteller deren Namen Ihr bestimmt noch nie gehört habt.

Gartenschere – welche ist perfekt?
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