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Im Winter stehen unsere Hecken meist traurig und blattlos herum. Im Garten ist Ruhe eingekehrt, fast nichts wird gemacht – es ist ja schließlich auch Winter. Die Hecken werden dann meist erst im Juni, wenn die Brutzeit der Vögel vorbei ist, geschnitten. Oft macht man dann keinen Radikalschnitt, denn das Heckenholz steht ja in vollem Saft. Aber fast alle Heckenpflanzen wachsen gleichmäßiger und dichter, wenn man mit dem Hecke Schneiden schon bis Ende Februar fertig ist.  Dann erfolgt im Sommer nur noch einmal ein kleiner Rückschnitt. Hecken schneiden im Winter ist an frostfreien Tagen also nicht nur gar kein Problem, sondern sogar der absolut richtige Zeitpunkt!  Natürlich ist der Zeitpunkt für das Schneiden der Hecken und auch die Herangehensweise auch noch von der Art der Gehölze abhängig. Deswegen haben wir uns einmal näher mit dem Thema beschäftigt und geben euch alle Informationen rund um den Heckenschnitt mit auf den Weg.

Der richtige Zeitpunkt zum Hecken schneiden

Sicher kennt ihr das: Die Hecke muss noch geschnitten werden! Nächstes Wochenende! Doch an diesem Wochenende war so schönes Wetter, dass man nicht schneiden wollte und an dem darauf dann so schlechtes, dass man gar nicht scheiden konnte. So wurde die Hecke in diesem Jahr wieder nicht richtig geschnitten, sondern nur oberflächlich in Form gehalten. Dabei ist es für einen gesunden und dichten Wuchs wichtig, dass die Hecken auch einmal radikal zurückgeschnitten werden. Spätestens ab dem zweiten Jahr der Pflanzung sollte dies regelmäßig einmal im Jahr gemacht werden. Achtung beim immergrünen Kirschlorbeer. Er wächst sehr langsam und verträgt daher einen starken Rückschnitt erst im vierten oder fünften Jahr.

Hecke schneiden im Winter

Wenn ihr eure Hecke stark zurückschneiden möchtet oder wollt, dann ist der Februar dafür ein guter Monat.  Die Gehölze stehen noch nicht im Saft und vertragen daher den radikalen Rückschnitt viel besser als nach den Eisheiligen im Juni. Ihr könnt, wenn ihr die Hecke im Winter shcneidet, richtig stark ins alte Holz zurückgehen. Zwei Drittel können entfernt werden. Allerdings müsst ihr auf das Thermometer achten. Alle Temperaturen über 5 Grad Minus sind geeignet zum Hecke schneiden. Darunter wird es kritisch und die Schnittstellen an den Gehölzen-und somit eure Hecken-können euch erfrieren. Wenn ihr die Hecke im Februar stark zurückschneidet, wundert euch nicht, dass sie erst recht spät wieder austreibt. Meist geschieht das dann erst im Mai. Kein Grund zur Panik – sie wächst wunderbar dicht wieder nach und sieht besser aus als je zuvor.

Vom 1. März bis zum 30. September ist laut Bundesnaturschutzgesetzt Schonzeit für Vögel und andere kleine Tierarten, die in den Hecken brüten und leben. Deswegen dürfen in dieser Zeit keine Hecken, Gebüsche, lebende Zäune oder andere Gehölze auf den Stock zurückgeschnitten oder zerstört werden. Lediglich ein Formschnitt und leichter Rückschnitt sind erlaubt.

Beachtet auch eventuelle Abweichungen in den Gesetzen eures Bundeslandes!

Frühblühende Hecken

Finger weg von der Heckenschere bei frühblühenden Hecken wie Forsythien oder Ginster! Diese Hecken schneidet man erst nach der Blüte. Lasst sie vollständig abblühen und erst dann greift ihr zum Werkzeug. Bedenkt aber, dass ihr in der Schonzeit für die brütenden Vögel keinen kräftigen Rückschnitt machen dürft, sondern zum Schutz der wichtigen Gesellen nur ein wenig in Form schneidet. Wenn frühblühende Sträucher einen starken Rückschnitt benötigen, dann legt diesen besser auf den Herbst. Idealerweise ist das Hecken Schneiden bei euch im Gartenkalender dann für den Oktober eingeplant.  Hier noch eine kleine (sicher nicht vollständige) Liste von frühblühenden Heckenpflanzen:

  • Gemeiner Flieder
  • Roter Holunder
  • Großer Federbuschstrauch
  • Deutzien
  • Japanische Kernie
  • Garten- bzw Duftjasmin
  • Berberitze
  • Weißdorn
  • Wildrosenhecken
  •  Pfeifenstrauch
  • Sanddorn
  • Frühblühender Ginster
  •  Forsythie

Hecken schneiden im Juni

Um den Johannistag, also am 24. Juni herum, treiben viele Hecken noch einmal aus. Der beste Zeitpunkt für den Nachschnitt der Hecke, die ihr ja im Februar schon ordentlich gestutzt habt. Der sogenannte Sommerschnitt der Hecke dient lediglich dazu, die Hecke in Form zu halten.

Hecken richtig schneiden mit Gartenschere

Hecke schneiden – so geht es richtig

Grundsätzlich ist das Hecken schneiden dazu da, die Gehölze in Form zu halten und dafür zu sorgen, dass sie immer schön dicht wachsen. Ein paar kleine Grundlagen wollen wir euch gern an die Hand geben:

Hecken sollten trapezförmig geschnitten werden, also unten breiter sein als oben. Das ist wichtig, damit genug Licht eindringen kann und der untere Bereich nicht zu dunkel steht, spärlich wird oder sogar abstirbt. Rundet die Ecken am besten ein bisschen ab, denn auch das bringt mehr Licht in die Hecke.

Zieht Schnüre, um die Hecke gerade schneiden zu können. Auch ein Holzrahmen, den man verschieben kann, ist ein gutes Hilfsmittel. Haltet die Schere immer parallel zur Hecke. Ihr könntet sonst zu schnell Löcher oder Kanten in die Hecke schneiden.

Schneit es bei euch oft? Dann schneidet die obere Heckenkrone besser ein bisschen rund. Wenn der schwere Schnee dann auf ihr liegt, kann es in der Mitte nicht zu einem Durchbruch kommen.

Laubhecke schneiden

Laubhecken vertragen einen richtig starken Rückschnitt im Allgemeinen sehr gut. Auch aus sehr altem Holz treiben sie wieder gut aus und können sogar ganz bis auf den Stock zurückgestutzt werden. Schneidet immer von oben nach unten. Entfernt Triebe, die herausragen, kontrolliert zwischendurch immer das Gesamtbild und achtet auf eure Schnur.

Nadelhecke schneiden

Nadelhecken sind schon etwas schwieriger im Umgang mit der Gartenschere. Passiert euch hier ein Fehler beim Hecken schneiden, verzeihen sie den nicht so schnell wieder wie die Laubhecken. Während ihr Laubhecken direkt im ersten Jahr nach der Pflanzung schon stutzen könnt, solltet ihr den Nadelhecken ein Jahr Ruhe gönnen. Sie brauchen die Zeit, um richtig gut anzuwachsen. Schneidet sie dann aber ab dem zweiten Jahr regelmäßig und habt keine Angst, wenn sie noch klein sind. Sie wachsen schon noch zu staatlichen Hecken heran. Und mit regelmäßigem Schnitt besser und dichter als ohne.

Gerade bei Nadelhecken empfehlen wir euch, immer Handschuhe und langärmlige Kleidung zu tragen, um Verletzungen zu vermeiden. Manche Gehölze, wie der Lebensbaum, sind sogar giftig und können allergische Reaktionen auslösen.

Schneiden von immergrünen Hecken

Immergrüne Hecken wie die beliebte Kirschlorbeere oder auch der Buchsbaum solltet ihr natürlich auch schneiden. Aber Achtung; hier empfehlen die Profis den Verzicht auf elektrische oder benzingetriebene Heckenschere, da zu viele Blätter verletzt werden. Krankheitserreger können so ungehindert eindringen und eure Hecke könnte unschöne Stellen bekommen oder gar ganz eingehen. Es ist wirklich anstrengend, aber nehmt die Gartenschere und schneidet lieber per Hand! Dabei schneidet die Triebe bis auf die Blattachse zurück, damit sie schnell neu austreiben können.

Wenn ihr Koniferen schneiden wollt, dann kappt die Haupttriebe, wenn sie etwa 20 bis 30 Zentimeter länger sind als die von euch favorisierte Heckenhöhe.

Hecke Schneiden mit der Elektroschere

Das passende Werkzeug zum Hecke schneiden

Grundsätzlich könnt ihr zwischen einer einfachen Gartenschere, der Elektroheckenschere, der Akkuheckenschere und einer Benzinheckenschere wählen. Mit der Gartenschere sind kleinere Rückschnitte gut möglich. Bei großen Hecken, die sich vielleicht noch über die ganze Grundstücksgrenze zeihen, raten wir euch aber, dann doch lieber zu einem Benzin- oder elektrogetriebenen Gerät zu greifen. Wichtig sind natürlich vor allem scharfe Klingen. Zusätzlich bieten sich gute Astsägen oder Astscheren an. Eventuell braucht ihr auch noch eine Leiter, aber auch die sollte jeder gute Gärtner parat haben.

Die manuell betriebene Heckenschere ist sehr leicht und ziemlich geräuscharm. Ihr stört keinen Nachbarn am Wochenende, habt aber eine Menge Aufwand an Kraft und Zeit. Für lange und große Hecken solltet ihr aber dann doch lieber zu einer Heckenschere greifen, die mit Benzin oder Strom betrieben ist. Wir stellen euch in einem weiteren Beitrag in unserem Pflanzen- und Gartenblog die verschiedenen Werkzeuge zum Hecken schneiden genauer vor. Es lohnt sich also, regelmäßig bei uns vorbeizuschauen.

Habt ihr noch Tipps zu speziellen Hecken oder Erfahrungen mit dem Hecken schneiden gemacht, die ihr teilen wollt? Dann hinterlasst uns doch einfach einen Kommentar. Wir freuen uns!

 

 

Hecke schneiden – Tipps und richtiger Zeitpunkt
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