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Sommerzeit ist Himbeeren-Zeit!  Wir lieben diese roten Früchtchen, denn sie sind süß, saftig und einfach total lecker. Deswegen wollen wir uns die Himbeeren auch einmal genauer ansehen und mehr über ihre Herkunft,die Frucht an sich, die Pflege der Himbeeren und ihre Weiterverarbeitung, wenn noch Beeren übrig bleiben und nicht in den Mündern der Naschkatzen landen, erfahren. In diesem Beitrag berichten wir euch etwas zum Hintergrund der allseits beliebten Himbeere. Wir erzählen euch, welche positiven gesundheitlichen Wirkungen sie hat und geben euch auch Hinweise dazu, wie ihr es anstellen müsst, wenn ihr selbst Himbeeren anpflanzen wollt.

Himbeeren Steckbrief

Name: Himbeere
Synonyme: Hirschkuhbeere, Hohlbeere, Hindebeere, Rehbockbeere
Botanischer Name: Rubus idaeus
Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Gattung: Rubus
Arten: rote, gelbe und schwarze Himbeeren
Herkunft: Mittel- und Osteuropa
Blätter: wechselständig angeordnet,gefiedert
Blüten: weiße Blüten in Trauben
Blütezeit: Mai bis Juni
Reifezeit: Juni bis August, Herbstorten bis in den Oktober
Wuchshöhe: bis zu 2 Meter
Standort: sonnig bis halbsonnig
Alter: mehrjährig

Herkunft und Vorkommen

Die beste Nachricht zuerst: Die Himbeere ist hier heimisch. Ihre ursprüngliche Heimat liegt in Mittel- und Osteuropa und in Teilen Asiens. Auch heute noch kommt sie in ganz Europa vor und ist bis nach Sibirien verbreitet. Eingebürgerte Vorkommen gibt es in Neuseeland, Nordamerika und sogar Grönland.

Bekannt und beliebt ist die Himbeere bereits seit dem Altertum, und zwar nicht nur als wohlschmeckende Frucht, sondern auch als Heilpflanze. Himbeeren werden seit dem Mittelalter kultiviert, und zwar in Klostergärten. Zuchtformen gibt es seit dem 18. Jahrhundert. Die meisten Himbeersorten sind rot, aber es gibt auch gelbe und sogar schwarze Himbeeren.

Die wilde Himbeere bevorzugt halbschattige Lagen, zum Beispiel Waldlichtungen oder Waldränder mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und kühlen Sommertemperaturen. In den Alpen kommt sie auch in Höhenlagen bis 2.000 Metern vor. Die Himbeere gilt als Waldpionierin. Das bedeutet, dass sie sich gut an neue Lebensräume anpassen kann, wo noch keine Pflanzen wachsen. Solche Lücken können beispielsweise durch Tierfraß, aber auch nach Erdrutschen entstehen. Auch in Steinbrüchen wachsen oft Himbeeren. Nur Hitze verträgt sie nicht so gut – je weiter man nach Süden kommt, desto weniger Himbeeren gibt es.

gelbe Himbeeren am Strauch

Name und Systematik

Die Himbeere (wissenschaftlicher Name: Rubus idaeus) gehört botanisch gesehen gar nicht zu den Beeren-, sondern zu den Rosengewächsen. Himbeeren werden nur aufgrund ihrer äußeren Form Beeren genannt. Außerdem zählen sie, genau wie ihre nächsten Verwandten, die Brombeeren, zu den Sammelsteinfrüchten. Der Grund dafür sind die vielen kleinen Kügelchen, aus denen eine Himbeere besteht. Diese entwickeln sich aus den zahlreichen Fruchtblättern der Blüte und sind eigentlich alle kleine Steinfrüchtchen.

Das Wort „Himbeere“ bedeutet etymologisch übrigens „Beere der Hirschkuh“. Es leitet sich aus dem althochdeutschen „hind“ ab, das Hirschkuh bedeutet. In manchen Gegenden wird sie auch nach wie vor Hirschbeere genannt. Weitere umgangssprachliche Namen sind Hohlbeere, Hindebeere oder Rehbockbeere. Ihren Namen hat die Himbeere daher, dass sie den Hirschkühen Himbeerblätter einfach ausnehmend gut schmecken.

Die Himbeere als Heilpflanze

Wohl kaum eine andere Frucht kennt so viele Verwendungsmöglichkeiten wie die Himbeere. Aus den Früchten kann man Marmelade oder Sirup kochen, Saft pressen oder sogar Schnaps herstellen, den Himbeergeist. Außerdem eignen sie sich ganz hervorragend als Zutat für Salatdressings, als Kuchenbelag und für Desserts. Himbeeren sind aber nicht nur richtig lecker, sondern auch gesund. Und nicht nur die Früchte des Himbeerstrauchs kann man verwenden, sondern auch die Blätter.

Himbeeren sind gesund

Himbeeren besitzen viele Inhaltsstoffe, die positive Wirkungen auf die Gesundheit haben. Sie sind reich an Vitaminen, allen voran Vitamin C. Schon 100 Gramm frische Himbeeren decken ein Drittel des Tagesbedarfs eines erwachsenen Menschen. Außerdem enthalten sie mehrere B-Vitamine, die wichtig für einen gesunden Stoffwechsel sind.

Auch bei den Mineralstoffen hat die Himbeere einiges zu bieten. Kalzium und Phosphor stärken Knochen und Zähne, und Magnesium ist von großer Bedeutung für den Zellstoffwechsel der Muskulatur. Außerdem haben Himbeeren einen hohen Eisengehalt und wirken deswegen blutreinigend und blutbildend.

Und sie machen schön! Der hohe Anteil an Fruchtsäuren sorgt dafür, dass Himbeeren vergleichsweise wenig Zucker enthalten. Zusätzlich besitzen sie einen hohen Anteil an Antioxidantien, die freie Radikale binden. Diese sind nicht nur für vorzeitige Hautalterung verantwortlich, sondern werden auch im Zusammenhang mit der Entstehung einer ganzen Reihe von Krankheiten gebracht.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse legen sogar nahe, dass Menschen, die regelmäßig Himbeeren essen, seltener an Parkinson erkranken, und auch in der Krebsprävention spielt die Himbeere mittlerweile eine große Rolle. Und wenn euch eure Oma früher, wenn ihr krank wart, Wasser mit Himbeersirup zu trinken gegeben hat, hat sie das nicht nur getan, weil Himbeersirup lecker ist – ihm wird auch eine fiebersenkende Wirkung nachgesagt.

Himbeerblätter-Tee

Doch nicht nur die Himbeeren selbst sind wahre Wundertäter für eure Gesundheit – auch die heilsamen Wirkungen der Blätter sind nicht zu verachten. Sie werden als Tee aufgebrüht. Da dieser viele Gerbstoffe enthält, erinnert der Geschmack ein wenig an Schwarztee. Wenn euch dieser Geschmack nicht zusagt, spricht nichts dagegen, den Tee mit ein bisschen Honig zu süßen.

Himbeerblätter-Tee wirkt harn- und schweißtreibend, entzündungshemmend und beruhigend. Er wird sowohl bei Magen-Darm-, als auch bei Herz-Kreislauf-Beschwerden eingesetzt. Ihn zu gurgeln, hilft gut gegen Rachenentzündungen und Halsweh.

Frauentee

Hauptsächlich ist Himbeerblätter-Tee als klassischer „Frauentee“ bekannt, denn er besitzt eine krampflösende Wirkung und lindert Frauenbeschwerden jeder Art. Er hilft gegen PMS und gegen Regelbeschwerden. Außerdem reguliert er den Zyklus und kann auch bei einem Kinderwunsch helfen, denn die in ihm enthaltenen Inhaltsstoffe kräftigen die Gebärmutter und den Beckenboden und beseitigen Verspannungen.

Himbeerblätter-Tee ist auch ein beliebtes Hausmittel zur Erleichterung der Geburt, denn er hat wehenfördernde Wirkungen. Manche Hebammen setzen ihn gezielt zu diesem Zweck ein. Aber Vorsicht: Man sollte Himbeerblätter-Tee erst dann in der Schwangerschaft trinken, wenn auch Wehen auftreten dürfen, also frühestens ab der 34. Schwangerschaftswoche. Falls ihr euch nicht sicher seid, besprecht euch am besten mit eurer Hebamme.

Himbeeren selbst anpflanzen

Falls wir euch die Himbeeren jetzt schmackhaft gemacht haben und ihr selbst welche in eurem Garten oder auf eurem Balkon pflanzen wollt, geben wir euch hier erste Hinweise dazu, was ihr beachten müsst. Zwar werden Himbeersträucher bis zu zwei Metern hoch – es bietet sich also an, sie in den Garten zu pflanzen. Falls ihr aber keinen Garten habt, braucht ihr nicht zu verzichten. Es gibt auch Sorten, die sich für die Anpflanzung in Kübeln eignen.

Sommer-Himbeeren und Herbst-Himbeeren

Generell unterscheidet man zwischen Sommer-Himbeeren und Herbst-Himbeeren. Beide haben gemeinsam, dass die Unterseiten ihrer Blätter und auch ihre Ruten mit feinen Stacheln besetzt sind. Diese dienen dem Schutz vor Tieren und lassen außerdem die Verwandtschaft mit den Rosen erkennen.

Die Saison von Sommer-Himbeeren beginnt im Juni. Bis zum Juli reifen neue Früchte nach. Die Herbst-Himbeeren haben eine etwas längere Erntezeit, nämlich von August bis Oktober. Es gibt auch Two-Timer-Himbeeren, die man zweimal ernten kann: einmal ab Juni und dann nochmal ab August.

Wichtig ist, dass Sommer-Himbeeren nur an den zweijährigen Ruten Früchte tragen. Das bedeutet, dass ihr beim Zurückschnitt darauf achten müsst, nur diese abzuschneiden und nicht etwa die Ruten des laufenden Jahres. Denn dort wachsen später die Himbeeren für das nächste Jahr. Um sicherzugehen, schneidet ihr am besten noch während der Ernte die Ruten zurück, die Früchte getragen haben.

Bei der Herbst-Himbeere ist die Sache etwas einfacher. Hier wachsen die Früchte am einjährigen Holz. Das heißt, die Pflanze wird nach der Ernte einfach komplett zurückgeschnitten. Auch ansonsten sind Herbst-Himbeeren unkomplizierter. Sie sind allgemein etwas robuster und bieten einen höheren Ertrag. Dass sie vergleichsweise spät Früchte bilden, hat noch einen weiteren großen Vorteil: Sie sind – im Gegensatz zu den Sommer-Himbeeren – nicht anfällig für den Himbeerkäfer, denn dieser ist im August nicht mehr aktiv.

Himbeeren im eigenen Garten

HImbeersträucher eignen sich auch für kleine Gärten, denn sie wachsen nicht in die Breite, sondern in die Höhe. Allerdings werden die Sträucher bis zu zwei Metern hoch und benötigen deshalb ein stabiles Rankgerüst. Am einfachsten ist es, wenn ihr dafür ein Spalier aus Holzpfählen und Spanndrähten baut. Achtet darauf, dass ihr zwischen den einzelnen Ruten etwa 50 Zentimeter Abstand lasst. Außerdem sind Himbeeren Einzelgänger, es sollten also keine anderen Pflanzen unter den Sträuchern wachsen.

Die ideale Pflanzzeit für Himbeeren ist im Herbst. Sie haben dann genug Zeit, Wurzeln zu schlagen, bevor der Winter kommt. Es ist auch möglich, Himbeeren im Frühjahr zu pflanzen, allerdings tragen sie dann erst im zweiten Jahr, weil sich die Triebe erst entwickeln müssen.

Himbeeren sind bei Schmetterlingen und bei Bienen zwar beliebt, aber sie sind selbstbefruchtend. Das bedeutet, dass eine Pflanze genügt, damit Früchte kommen. Sie bevorzugen halbschattige Standorte und müssen regelmäßig gegossen werden. Es ist jedoch wichtig, dass ihr Staunässe vermeidet, da sonst Wurzel- und Rutenkrankheiten die Folge sein können.

Standort und Boden

Generell mag die Himbeere die Sonne, doch allzu viel davon den ganzen Tag über, verkraftet auch sie nicht. Deswegen ist sie an einem halbschattigen Standort am besten aufgehoben.

Himbeeren sind Flachwurzler und bevorzugen deshalb lockere Böden. Da sie ursprünglich Waldpflanzen sind, sind sie außerdem an eine Bodenabdeckung aus Laub gewöhnt. Im Garten könnt ihr Rasenschnitt als Mulch verwenden. Das hat den Vorteil, dass die Wurzeln so gegen Temperaturschwankungen isoliert werden. Außerdem hält der Mulch die Feuchtigkeit im Boden und reichert ihn mit Humus und Nährstoffen an. Hacken und Graben solltet ihr bei den Himbeeren möglichst vermeiden, denn so könnt ihr die Wurzeln beschädigen.

Himbeeren auf dem Balkon – die Sugana

Eigentlich sind Himbeeren eine klassische Gartenpflanze, aber es gibt inzwischen diverse Sorten, die sich für eine Kübelkultur eignen und die ihr auf eurer Terrasse anpflanzen könnt oder auf eurem Balkon. Ein Beispiel dafür ist die Sugana. Sie wächst säulenartig in die Höhe und ist robust und winterhart. Ihre Früchte sind fest, recht groß und schmecken gut.

Die Sugana ist eine Two-Timer-Himbeere, ihr könnt sie also zweimal pro Jahr abernten. Sie trägt am einjährigen Holz zwischen August und Oktober und am zweijährigen Holz ab Ende Mai. Achtet darauf, dass der Kübel mindestens 25 Liter Fassungsvermögen hat, damit ihre Ausläufer Platz haben.

Ihre sonstigen Ansprüche sind denen der Garten-Himbeeren sehr ähnlich. Die Sugana bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Außerdem ist es wichtig, dass sie windgeschützt steht, damit die Ruten nicht abknicken. Pflanzt sie in aufgelockerte Erde und bedeckt den Boden mit Mulch oder Kompost, damit er nicht austrocknet. Haltet die Himbeeren feucht, aber nicht zu feucht. Ihr solltet sie auch im Winter gießen, aber nur an den frostfreien Tagen.

Eure Himbeeren sind dann reif, wenn sie eine kräftige rote Farbe haben und sich leicht vom Strauch lösen lassen. Da sie sehr druckempfindlich sind, müsst ihr sie vorsichtig von Hand ernten.

Lagerung und Verarbeitung

Ihr habt sicherlich alle schon die Erfahrung gemacht, dass Himbeeren sehr empfindlich sind. Am besten verbraucht ihr sie sofort, aber falls das nicht geht, halten sie sich im Gemüsefach des Kühlschranks wenige Tage. Ihr könnt sie auch auf einem Teller ausbreiten und an einem kühlen Ort lagern. Achtet darauf, dass sie sich nicht berühren, damit keine Druckstellen entstehen. Vorsicht auch wegen Schimmelsporen im Kühlschrank – diese können andere Früchte anstecken, und die Himbeeren verderben dann schneller.

Doch es hat auch einen Vorteil, dass Himbeeren solche Sensibelchen sind: Man kann sie nicht mit Pestiziden behandeln. Daher genügt es, wenn ihr sie vor dem Verzehr nur kurz unter einem schwachen Wasserstrahl wascht – oder eben gar nicht. So bleibt das volle Aroma der Früchte erhalten.

Falls ihr mal nicht dazu kommt, eure Himbeeren rechtzeitig zu essen, lassen sie sich auch hervorragend einfrieren. So könnt ihr euch einen Vorrat anlegen für Smoothies, Marmelade oder Kuchen. Was ihr aus den Himbeeren alles machen könnt, verraten wir euch in einem der nächsten Beiträge hier bei uns im Pflanzen-Freund-Blog. Seid gespannt!

Himbeeren – gesund und lecker
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