Seite auswählen

Kakteen – mehr als nur eine stachelige Pflanze

Jeder kennt Kakteen als typische Pflanzen in der Wüste. Sie sind robust und quasi unsterblich, da sie kaum Wasser brauchen. Dass in den Pflanzen mehr steckt als nur viele Stacheln, beweisen viele Kakteenliebhaber in Deutschland. Sie sind pflegeleicht, aber unsterblich sind sie bei falscher oder mangelnder Pflege nicht.

Hintergrundinformationen über Kakteen

Kakteen sind sogenannte Sukkulenten. Sie speichern Wasser in den Zellen und können so auch bei extremer Trockenheit überleben. Manche Kakteen haben nicht nur einen Stamm, sondern auch Blätter. Diese sind verdickt und fühlen sich wie Wachs an. Die meisten Kakteen verfügen jedoch nicht über sichtbare Blätter, sondern über Dornen, die umgewandelte Blätter sind. So soll keine Feuchtigkeit verloren gehen und sie schützen sich vor Fressfeinden. Der Stamm verfügt teilweise über eine Art Wolle. Kakteen können nach oben, so wie ihr die typischen Pflanzen kennt, können aber auch horizontal wachsen. Hier kommt es auf die Art an.

Kakteen

Manche Kakteenarten werden bis zu 15 Meter hoch, manche wachsen kaum über den Boden hinaus. Auch das Alter variiert stark. Eine Lebensdauer bis 200 Jahre ist aber durchaus möglich.
Durch Falter, Fledermäuse, Bienen oder Kolibris werden die Blüten bestäubt und bilden anschließend Früchte aus. Diese können mittlerweile auch in Deutschland im Handel gekauft werden. Sie schmecken süß und enthalten harte Kerne. Diese werden von Vögeln, Ziegen, Fledermäusen oder Mäusen ebenso gefressen und damit verbreitet.

Ursprünglich wachsen Kakteen nur auf dem amerikanischen Kontinent in trockenen Gebieten wie Wüsten, Steppen oder Halbwüsten. Auch in tropischen Wäldern kann man Kakteenarten finden. In allen Gebieten steht das Wasser nur saisonal zur Verfügung, weswegen die Speicherung für die Pflanzen überlebenswichtig ist. Durch den Menschen gelangte die Pflanze nach Afrika und Europa. In Deutschland ist sie als Zimmerpflanze, aber auch in Gärten sehr beliebt.

Kakteen als Zierpflanzen

Wenn ihr euch Kakteen holt, achtet darauf, wo sie ursprünglich herkommen. Lasst euch auch am besten ausreichend beraten, was sie brauchen und welchen Standort sie normalerweise haben. Manche Pflanzen sind nicht typisch für das Bild, das man über Kakteen hat und mögen eher Schatten und Feuchtigkeit. Meistens sind sie perfekt für die Fensterbank geeignet, weil sie dort ausreichend Licht bekommen. Auch die direkte Mittagssonne ist für die meisten Kakteenarten kein Problem. Wenn sich Kakteen bläulich oder rötlich verfärben, sollte man sie aus der direkten Sonne nehmen. Die Verfärbung geht anschließend wieder zurück. Wichtig ist – daher eignet sich die Fensterbank – , dass der Kaktus ausreichend Luftzufuhr hat.

Wie pflege ich Kakteen?

Im Außenbereich eignen sich Böden am besten, die leicht sauer sind. Sie sollten gut durchlässig und mineralisch sein. Aber auch Humus oder Ton ist für einen Kaktus kein Problem. Im Innenbereich sollte Spezialsubstrat aus dem Fachhandel verwendet werden. Kakteen wachsen sehr langsam, so dass die Erde lange hält und erst nach Jahren ein Umtopfen notwendig wird.

Worauf muss ich bei Kakteen achten?

Trockenheit ist für die Pflanzen kein Problem, jedoch Staunässe, da dabei die Wurzeln absterben. Deswegen muss die Erde gut durchlässig sein. Je kleiner die Pflanze, desto öfter, ungefähr einmal die Woche, muss sie gegossen werden. Generell könnt ihr aber warten, bis die Erde trocken ist. Große Kakteen werden alle vier bis sechs Wochen gegossen. Das Substrat sollte feucht, aber ohne Wasserpfützen sein. Am besten eignet sich die Methode, den Topf komplett in ein Behältnis mit Wasser zu tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, und wieder herauszunehmen und abtropfen zu lassen. Dann ist die Erde ausreichend feucht, bildet aber keine Staunässe.

Kakteen

Vergesst nie, woher Kakteen stammen. So ist auch eine Düngung wie bei anderen Pflanzen nicht in der Form notwendig. Spezieller Dünger für Kakteen kann alle paar Monate gegeben werden. Das reicht aber vollkommen aus, da die Pflanzen nicht so viele Nährstoffe brauchen und aufnehmen können. Sie gehen davon eher ein.

Überwinterung

Einige Kakteenarten sind auch unsere Temperaturen gewöhnt, so dass sie im Außenbereich überwintern können. Wichtig ist, dass sie überdacht stehen, so dass sie vor zu viel Feuchtigkeit geschützt sind. Wenn die Pflanzen vertrocknet aussehen, ist das kein Grund zur Sorge, denn die Kakteen speichern im Winter weniger Wasser, damit es in den Zellen nicht gefrieren und somit Schäden anrichten kann. Wird es wieder wärmer, richten sie sich wieder auf, weil sie sich wieder mit Wasser füllen. Bei Kakteen, die im Topf überwintern, kann man zusätzlich Schutzmaßnahmen wie beim Rosen überwintern treffen.

Pflanzen, die im Innenbereich überwintern, sollten stickstoffarm gedüngt werden. So wird vermieden, dass der Kaktus unschön wächst, in der Fachsprache spricht man von vergeilt.

Vermehrung

Der Kaktus vermehrt sich durch Samen. Die gebt ihr in die Erde und gießt sie leicht an. Eine Abdeckung sichert die richtige Luftfeuchtigkeit und Wärme. Nach einiger Zeit bilden sich Kugeln. Wenn die Pflanzen die ersten Dornen ausbilden, brauchen sie keine Abdeckung mehr. Vermeidet in den ersten drei Jahren direkte Mittagssonne.

Auch mit Stecklingen werden sie vermehrt. Schneidet einen Trieb ab, lasst ihn antrocknen und steckt ihn anschließend in nährstoffarme Erde. Die Erde sollte leicht feucht gehalten werden. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit sollte der Steckling unter eine Abdeckung.

Kakteen

Welche Krankheiten und Schädlinge befallen die Pflanzen?

Große Fressfeinde werden durch die Dornen abgehalten. Läuse können jedoch ungehindert durch die Dornen dringen und den Zellsaft trinken. Achtung mit chemischen Schädlingsmitteln, da die Pflanzen darauf empfindlich reagieren. Besser ist es, sie nach außen zu stellen und die Arbeit natürlichen Fressfeinden wie Marienkäfern zu überlassen. Bei zu viel Feuchtigkeit befallen Schimmelpilze die Wurzeln. Ansonsten sind Kakteen wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

Urlaubspflege

Wenn ihr länger als einen Monat nicht zu Hause seid, gießt die Pflanze vor dem Urlaub und danach. Wird die Pflanze nämlich von Nachbarn übergossen, geht sie ein. Wenn es mehrere Monate sind, braucht der Kaktus einen schattigen Ort, egal ob er innen oder außen steht.

Fazit: Kakteen sind einzigartige Pflanzen

Es gibt weit mehr als den klassischen stacheligen Kaktus. Die Pflanzen sind äußerst pflegeleicht und verfügen über vielfältige Formen und Größen. Sogar im Garten können einige Arten überwintern. Lasst euch im Fachhandel beim Kauf ausreichend beraten, dann kann nichts schiefgehen und ihr könnt euch viele Jahre am Anblick erfreuen.

Kakteen – der Ratgeber zur Pflege und Zucht
5 (100%) 2 vote[s]