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Rindenmulch ist eine der beliebtesten Methoden, um den Wasserhaushalt von Pflanzen zu verbessern und weniger Arbeit mit Unkraut zu haben. Doch das Aufbringen von Rindenmulch reicht nicht aus. Es gibt verschiedene Dinge zu beachten. In unserem Beitrag gehen wir auf die Vor- und Nachteile ein und zeigen die unterschiedlichen Rindenmulch-Sorten.

Rindenmulch – die Hilfe bei Unkraut

Es gibt einen Grund, warum Rindenmulch nicht nur in Gärten, sondern auch in Parkanlagen und Grünanlagen zu finden ist. Es gibt aber nicht nur den einen Grund, ihn zu verwenden.

Warum verwendet man Rindenmulch?

Hier sind die besten Gründe.

Vorteile

  • Unkrautwachstum verhindern
  • Wasserspeicher
  • Dekoration
  • Schutz empfindlicher Pflanzen
  • Nährstoffbereicherung
  • Verhinderung Erosion

Unkraut vernichten

Genau genommen vernichtet man das Unkraut nicht, sondern man verhindert den Aufwuchs. Damit diese Maßnahme funktioniert, muss man darauf achten, dass die Schicht aus Rindenmulch dick genug ist. Es gibt zwei Gründe, warum Rindenmulch den Aufwuchs verhindert:

  1. das Unkraut bekommt kein Licht
  2. Rindenmulch enthält keimhemmende Gerbsäure, welche die Bildung von Unkraut verhindert

Welche Dicke beim Mulch ist perfekt?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich ansehen, wie oft der Garten oder die Anlage gepflegt wird und welche Pflanzen vor Ort stehen. Niedrige, zierliche Pflanzen, wie beispielsweise in einem Gartenbeet, lassen keine zu hohe Schicht zu. Je weniger Arbeit man mit Unkraut haben möchte, desto höher muss die Schicht gewählt werden. Natürlich darf man es auch nicht übertreiben, ansonsten bekommt der Boden keine Luft mehr. Eine Schicht von 5-10 cm ist perfekt, solange diese gleichmäßig eingehalten wird.

Rindenmulch auf dem Beet

Schutz der Pflanzen

Der Rindenmulch schützt nicht nur die Wurzeln der Pflanzen, sondern bietet auch eine Isolierung gegen Frost und gerade empfindliche Pflanzen und deren Wurzeln werden es euch danken. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn ihr beispielsweise Rosen überwintern möchtet, macht das Anhäufeln des Mulches Sinn.

Wasserversorgung

Rindenmulch speichert nicht nur Wasser, sondern kann auch dabei helfen, dieses besser zuzuführen. Man macht beispielsweise bei frisch gepflanzten Bäumen einen Gießring. Im groben wird dieser schon mit Mutterboden vorgeformt, aber danach kommt Rindenmulch darüber und auch hier formt man den Ring um den Baum. So sammelt sich das Wasser dort, wo es hingehört, nämlich an der Wurzel.

Ein weiterer Grund für eine bessere Versorgung mit Wasser ist, dass die Sonne nicht direkt auf den Boden strahlt und der Wind nicht die Feuchtigkeit davon trägt.

Dekoration

Rindenmulch bietet einen tollen dekorativen Effekt. Schon der natürliche Rindenmulch macht sofort den Eindruck eines gepflegten und sauberen Gartens. Wer es etwas schriller mag oder die Farben seiner Firma einfließen lassen will, der kann auch gefärbten Rindenmulch kaufen. Gängig sind die Farben Orange, Blau und Gelb. Übrigens wird der Mulch nicht nur auf Beeten und Grünflächen eingesetzt, sondern auch teilweise als Wegebelag.

Nährstoffe

Rindenmulch gibt auch Nährstoffe an die Pflanzen ab, außerdem zersetzt sich der Mulch mit der Zeit und wertvoller Humus entsteht. Gerade in Pinienrinde sind besonders viele Nährstoffe zu finden.

Erosion

Ein bekanntes Problem ist die natürliche Erosion. Wind trägt den Boden davon und er wird im Laufe der Zeit weniger. Das kann nur durch eine Schutzschicht oder durch Bepflanzung verhindert werden.

Rindenmulch Sorten

Rindenmulch unterscheidet sich erstmal in der Konsistenz. Es gibt folgende Stärken:

  • grob
  • mittel
  • fein

Es gibt aber auch unterschiedliche Sorten, wobei es sich nicht bei jeder Sorte tatsächlich um Rindenmulch handelt, aber umgangssprachlich trotzdem so bezeichnet wird:

  • Rindenmulch
  • Rosenmulch
  • Pinienrinde
  • Holzhäcksel

Qualität

Es gibt keine Norm für Rindenmulch. Daher ist es jedem Hersteller selbst überlassen, was für Pflanzenstoffe in den Mulch kommen. Weder die Holzart ist festgelegt, noch dass es sich wirklich um Rinde handelt. Teilweise sind in billigem Mulch auch andere grüne Pflanzenteile enthalten. Qualitativ hochwertigen Rindenmulch erkennt man daran, dass es sich tatsächlich um abgeschälte Baumrinde handelt. Je größer diese ist, desto besser für das Beet. Qualitativ minderwertiger Rindenmulch ist sehr fein und fast schon pulvrig. Das hat zur Folge, dass zum einen das Verteilen auf dem Beet zur wahren Schweinerei wird und dass es zum anderen weder ein wirksamer Schutz vor Unkraut ist noch das Wasser richtig speichert. Guter Rindenmulch hat einen hohen Holzanteil. Wer feinen pulvrigen Rindenmulch verwendet, der wird auch schnell feststellen, dass dieser Pulvermulch zu Erde wird, da er sehr schnell verrottet. Eine gute Rindengröße sind 15 bis 40 mm.

Richtig guten Rindenmulch erkennt man nicht nur an der Optik, sondern auch am Duft. Frischer Rindenmulch riecht stark nach ätherischen Ölen, so als wenn im Wald Bäume gefällt werden. Alter Mulch ist oft geruchlos und pulvrig. Je stärker der harzige und erdige Geruch, desto besser ist der Mulch.

Wer den Mulch der Rinde als Dekoration verwendet, der kann auch Holzhäcksel nutzen. Diese sind sehr viel preiswerter und auch in diversen Farben erhältlich. Achtet darauf, dass die Farben umweltverträglich sind. Das sollte bei allen in Deutschland vertriebenen Produkten der Fall sein. Holzhäcksel eignen sich aber nicht so gut für die Unkrautbekämpfung. Zum einen sind sie sehr viel dünner und das Unkraut gelangt schneller zum Licht, zum anderen haben sie nicht annähernd so viel Gerbsäure in sich. Holzhäcksel helfen aber genauso für ausreichend Wasserspeicher und für den Schutz vor Erosion zu sorgen.

alter Rindenmulch

Unterschiedliche Holzarten

Welche Holzart bei Rindenmulch verwendet wird, ist nicht fest geregelt, aber natürlich unterscheidet sich auch die Qualität durch die jeweilige Holzart. In den meisten Fällen wird als Rinde Kiefer, Tanne, Douglasie oder Fichte verwendet. Es gibt aber auch andere Mulcharten. Die wohl beste kaufbare ist die Pinienrinde. Sie hat nicht nur eine deutlich höhere Nutzungsdauer, sondern auch sehr viele Nährstoffe. Gerade als Rosenmulch wird sie extrem gerne genutzt, da Rosen sehr anspruchsvoll sind. Es gibt aber auch eine preiswertere Alternative für das Rosenbeet. Der echte Rosenmulch ist aus Nadelholzrinde.

Bei Pflanzungen im Innenbereich und sogar in Terrarien kommt auch der hochwertige Pinienmulch zum Einsatz.

Warum heißt er eigentlich Rindenmulch?

Wie die Rinde in den Namen gelangt liegt ja auf der Hand, aber was bedeutet Mulch? Das Mulchen versteht sich bei Gärtnern als Verteilen von verrottetem organischem Pflanzenmaterial. Hierbei gilt es, eine möglichst gleichmäßige Schicht herzustellen.

Werkzeug für Rindenmulch

Rindenmulch verteilt man nicht mit der Hand. Wer sich den Rücken nicht kaputt machen und die Arbeit schnell verrichten will, der braucht gerade bei größeren Flächen das passende Werkzeug. Hierbei sind folgende Werkzeuge von Vorteil:

  • Schubkarre oder Eimer
  • Schaufel
  • Harke
  • Handschuhe

Damit ihr euch die Hände nicht kaputt und schmutzig machen, sollten ihr auf jeden Fall Handschuhe tragen. Mit der Schubkarre transportiert sich der Mulch besonders leicht. Wer nur eine ganz kleine Fläche bedecken muss, der kann natürlich auch einen Eimer nehmen. Mit der Schaufel kann man dann verteilt mehrere Haufen machen, welche man mit der Harke sauber und plan verteilt. Bei besonders hügeligem Gelände empfiehlt es sich, etwas zu platzieren, dass einem die Höhe anzeigt. Im Garten- und Landschaftsbau werden hierfür Schnüre gespannt.

Rindenmulch richtig verteilen

Bevor man den Mulch aufträgt, sollte man das Unkraut sorgfältig entfernen. Dazu sind folgende Werkzeuge nützlich:

  • Gartenkralle
  • Schaufel
  • Unkrautstecher

Sicher ist das etwas nervenaufreibend, aber danach habt ihr es geschafft. Neben der Säuberung des Beetes bringt man organischen Stickstoffdünger auf das Beet auf,. Hierfür ist Hornspäne sehr gut geeignet. Der Grund hierfür ist ganz einfach, Rindenmulch hat die Eigenschaft, dass der Stickstoff aus dem Boden gezogen wird. Wenn erst einmal Stickstoffmangel herrscht, dann verlangsamt das beträchtlich das Wachstum der Pflanzen. Wenn man später die Mulchschicht nachfüttert, ist das Düngen nicht mehr so wichtig. Der entstehende Humus, der aus dem zersetztem Mulch entsteht, gibt genügend Stickstoff frei.

Rindenmulch auftragen

Sicherheit durch Unkrautvlies

Damit auch hartnäckiges Unkraut dauerhaft fern bleibt und keine Chance zum Wachstum bekommt, empfiehlt sich ein Unkrautvlies, welches auch als Mulchfolie bekannt ist. Diese sollte man 1-3 Jahre auf dem Beet lassen, so kommt kein Licht an Girsch, Queckgras und andere hartnäckige Störenfriede. Danach habt ihr sicherlich Ruhe. Besonders schön ist die Folie nicht, daher kann man auch hier Mulch oder Häcksel aufbringen, dann stimmt auch die Optik. Ein Vlies hat aber noch einen weiteren Vorteil, denn, damit die Pflanzen in eurem Beet weiterleben können, müsst ihr Löcher in die Folie schneiden. Selbst wenn ihr diese dicht am Stamm der Pflanzen schneidet, wird das Unkraut trotzdem versuchen hindurch zu wachsen. Der Rindenmulch mit seiner Gerbsäure wird dies beträchtlich erschweren.

Bei der Folie gibt es unterschiedliche Materialien – von Pappe, über Vlies bis hin zu Kunststoff. Wer hier eine wasserdichte Folie wählt, riskiert nicht nur Schimmel unter der Folie, sondern auch eine Verdichtung des Bodens. Der Regen kann nicht ablaufen, staut sich auf der Folie, verdichtet dadurch den Boden und spült im schlimmsten Fall sogar den Mulch weg.

Jetzt könnt ihr endlich den Rindenmulch auftragen. Denkt daran, wie oben beschrieben die Schichtdicke konstant einzuhalten. In Gärten und normalen Beeten nimmt man ca. 8 cm. Bei einer Bepflanzung mit flächendeckenden Pflanzen wie bei Bodendeckern reicht auch eine geringere Dicke. Hier sind 5 cm ein guter Wert. Wenn ihr einen Weg bedecken möchtet, dann könnt ihr 10-15 cm als Richtwert nehmen.

Warnung vor Rindenmulch

Neben den bereits erwähnten anderen Pflanzenteilen, die im Mulch vorkommen können, hat man bei Billig-Mulch auch mal eine Überraschung der anderen Art. So gibt es Fälle, in denen Folienstücke, Metallteile, Glasscherben und Steine gefunden wurden. Also auf jeden Fall Handschuhe tragen und lieber etwas mehr Geld ausgeben.

Es gibt auch Pflanzen, für die der Mulch nicht die beste Wahl ist. Dazu gehören Rosen, Beetstauden, Alpine Pflanzen, Steingartenpflanzen, Präriepflanzen, viele Kräuter und auch Gemüsebeete sollten nicht gemulcht werden. Bei Kalk liebenden Pflanzen ist eine mineralische Schicht mit Kies und Splitt deutlich effektiver. Wer ein Schattenbeet hat, der kann auch Rasenschnitt, Sägespäne und Strauchschnitt auftragen.

Auch mit Schadstoffen muss man aufpassen, so gibt es Fälle in denen der Mulch stark vorbelastet ist. Bäume können in ihrer Wachstumsphase Schwermetalle in der Rinde anreichern. Darunter fällt unter anderem Cadmium. Die Obergrenze hierzu wird von der Deutschen Düngemittelverordnung bestimmt.

Rindenmulch für den Garten – alle Infos
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