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Der Weihnachtsstern ist wohl neben dem Tannenbaum die beliebteste Pflanze in der Weihnachtszeit. Hier wird sie beim Blumenhändler und im Baumarkt als vermeintlich einjährige Pflanze im Topf angeboten. Doch eigentlich ist der Weihnachtsstern als echter Südamerikaner alles andere als eine frostige Weihnachtspflanze. Und erst recht keine einjährige Topfpflanze- der Weihnachtsstern wird viele Jahre alt und wächst rasant. In freier Natur ist er ein im Boden stehender Baum.

Nach der Weihnachtszeit wird der Weihnachtsstern in den meisten Fällen entsorgt. Die wenigsten Menschen wissen, dass das gar nicht notwendig ist. Mit einem kleinen Trick und den richtigen Pflegetipps, behält der Weihnachtsstern nicht nur seine roten Blätter, sondern man kann das gleiche „Bäumchen“ auch im nächsten Jahr zur kalten Jahreszeit als Deko im Zimmer in leuchtendem Rot erstrahlen lassen. Wir zeigen, wie man lange Freude am Weihnachtsstern hat und wie man ihn richtig pflegt.

Weihnachtsstern giftig

Gerade mit Haustieren und kleinen Kindern sollte man aufpassen, an welchen Platz man den Weihnachtsstern setzt. Der Weihnachtsstern ist ein Mitglied der Familie der Wolfsmilchgewächse. Diese Familie der Euphorbiaceae enthält einen Milchsaft, welcher die Haut reizen oder bei Verschlucken zu Verdauungsstörungen oder einer Vergiftung führen kann. Gerade bei kleinen Haustieren können bei Nahrungsaufnahme Vergiftungserscheinungen auftreten. Hier gilt es, einen Ort zu finden, an dem Tiere und Kinder keine Pflanzenteile verschlucken können. Außerdem sollte man bei Arbeiten mit Wolfsmilchgewächsen immer Handschuhe tragen, egal ob beim Umtopfen oder Schneiden.

Wobei man sagen muss, dass die starken Reizstoffe, also die Diterpene nur in der Wildform zu finden sind. In den meisten Kultformen aus dem Handel findet man sie nicht.

Der Weihnachtsstern in der Natur

Ungefähr 1950 wurde die südamerikanische Pflanze das erste Mal als Zimmerpflanze in Deutschland verkauft. Auch wenn es inzwischen eine Unmengen unterschiedlicher Farben zu kaufen gibt, ist die ursprüngliche Farbgebung vom Weihnachtsstern grün mit roten Hochblättern. Inzwischen findet man Züchtungen mit creme-, gelb-, rosafarbenen und panaschierten Blättern. Teilweise werden sogar blaue Blätter verkauft. Doch Vorsicht: hierbei handelt es sich nicht um eine natürliche Farbe, sondern diese Pflanzen wurden mit Farbe angesprüht.

Weihnachtsstern Herkunft

Der Weihnachtsstern kommt eigentlich aus Mexiko. Die Wildart der eigentlich wenig weihnachtlichen Pflanze wurde vom Botaniker Carl Ludwig Willdenow mit dem Namen Euphorbia pulcherrima deklariert. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet das „die Schönste unter den Wolfsmilchgewächsen“. Wer einmal eine Reise in die Heimat zur ursprünglichen Herkunft des Weihnachtssterns unternimmt, wird staunen, dass es keine Topfpflanze, sondern eher ein Weihnachtsbaum ist. Je nach Erscheinungsbild wird man vor einem 6 Meter hohen Strauch oder Baum stehen. Damit der Weihnachtsstern im Topf auch schön klein bleibt, werden oft chemische Hemmstoffe von Pflanzenbetrieben eingesetzt, aber auch die kleine Wurzelfläche im Topf hemmt das Wachstum.

Weihnachtsstern Blüte

Wie sieht die Blüte aus?

Viele Pflanzenliebhaber denken, dass die roten Blätter die Blüte vom Weihnachtsstern sind. Diese Annahme ist aber falsch, denn die Blüten sind viel kleiner und trotz ihrer grün-gelben Farbe eher unscheinbar. Die farbigen Blätter sind Brakteen, also Hochblätter, welche in der Natur dafür verantwortlich sind, Insekten anzulocken, damit sich die Pflanze vermehren kann. Die eigentliche Blüte befindet sich in der Mitte der Hochblätter, im sogenannten Blätterstern. Die einzelne Blüte ist eingeschlechtlich, also entweder weiblich oder männlich. In der Mitte befindet sich eine weibliche Blüte, umgeben von einem Kranz aus männlichen Blüten.

Blütezeit

Die Hauptblüte-Phase des Weihnachtssterns reicht von November bis Februar. Je nach Platz der Pflanze gibt es auch ältere Zweige, welche ganzjährig Blüten tragen. Damit die Blütezeit beginnt und anhält, darf die Beleuchtung nicht mehr als 12 Stunden betragen. Dazu zählt auch das normale Licht der Zimmerlampe. Damit die Kurztagspflanze auch nach der Adventszeit oder wieder pünktlich zur Adventszeit blüht und die prächtigen roten Blätter zeigt, sollte man sie nach 12 Stunden also abdunkeln. Professionelle Gärtnereien nehmen dazu dunkle Folie. Wenn die Blüte vorbei ist, hat man eine Grünpflanze mit schnellem Wuchs.

Weihnachtsstern Blüte

Blütenfarben

Bei der Blütenfarbe gibt es fast schon unüberschaubar viele Farben. Um die Farbgebung etwas übersichtlicher zu machen, haben wir eine Tabelle zusammengestellt.

SorteFarbe
Angelikarot
Bright Marble Queenrosa
Bright White Princesweiß
Brilliant Annette Heggrot
Cortezrot
Cortez Pinkrosa
Cortez Whiteweiß
Da Vincirosa
Dark Red Annette Heggrot
Dorotherosa
Duecapinkrosa
Duemoonweiß
Dueredwirosa - weiß
Duespotpinkrosa
Duestaraprirosa
Eckes Whiteweiß
Goldfingerrot
Gropomrosa
Ice Punchrot - weiß
Liberty Pinkrosa
Lilorot
Marblerosa - weiß
Marblestarrosa - weiß
Marenrot - rosa
Marlenerot
Marsrot
Mars Whiteweiß
Mikkelpinkrosa
Mikkelwhiteweiß
Millenniumrot
Nobelstarrosa
Peterstarrot
Pink Elfrosa
Pink Peppermintrosa
Premium Whiteweiß
Red Elfrot
Reginaweiß
Sonora Pinkrosa
Sonora Whiteweiß
Sonora White Glitterrot - weiß
Subjibi Bright Red Queenrot - panaschiert
Whitestarweiß

Außerdem gibt es noch die Schnittsorten: ‚Eckespoint‘, ‚Winterrose Early Red‘, ‚Jester Red‘, welche eine rote Farbe haben.

Weihnachtsstern Lebensdauer

Der Weihnachtsstern hat eine lange Lebensdauer, sofern man ihn richtig pflegt. Sicher wird er von den meisten „Weihnachtskäufern“ nach der Festzeit entsorgt, aber der ein oder andere Pflanzenfreund behält ihn und lässt ihn zu einem großen Strauch heranwachsen. Wie oben bereits beschrieben, ist es kein Problem, die rote Färbung der Blätter wieder herzustellen.

Warum verliert der Weihnachtsstern seine roten Blätter?

Der Weihnachtsstern trägt keine Schuld, dass er seine roten Blätter verliert. Das liegt einzig allein an der Pflege des Besitzers. Weihnachtssterne sind Kurztagspflanzen, welche je nach Lichtmenge blühen. Je kürzer der Tag, also je kürzer die Lichtmenge, desto schneller beginnt er zu blühen. Sobald er weniger als 12 Stunden Licht pro Tag bekommt, beginnt der Weihnachtsstern zu blühen und behält auch seine Blüte. Dann färben sich die Hochblätter so rot wie man sie liebt. Sobald die Pflanze mehr Licht bekommt, wirft sie ihre roten Blätter ab und hört auf zu blühen.

Übrigens, wenn der Weihnachtsstern nicht nur seine roten Blätter verliert, sondern auch die grünen, dann sollte man den Standort prüfen. Oft ist dieser dann zu windig, zu kalt oder greift die Pflanze mit Zugluft an.

Nach der Blüte ist vor der Blüte

Bitte werft den schönen Weihnachtsstern nicht weg, denn ihr könnt ihn zum nächsten Fest wieder zum Blühen bringen. Wenn die roten (oder anders farbigen) Blätter abgeworfen wurden, wird er seine grünen Blätter ausbilden. Jetzt gilt es, ihn zu übersommern. Dazu schneiden wir ihn stark zurück und topfen ihn dann um. Im neuen Topf wählen wir ein schön durchlässiges Substrat, das bildet die beste Grundlage. Den Sommer über muss man ihn nicht am Fenster unterbringen, sondern kann ihn ruhig in den Garten stellen oder auch auf den Balkon. Wichtig ist, dass der neue Platz hell ist, aber keine direkte Sonneneinstrahlung hat.

Temperaturen von 15 bis 22° C sind willkommen. Sobald die Temperaturen im Herbst wieder kühler werden und unter 10° C sinken, wird er wieder reingeholt. Dadurch, dass das die Sonne im Herbst wieder früher untergeht und die Nächte länger werden, wird auch wieder die Blütenbildung angeregt. Ideal ist ein Standort, an dem er nach Untergang der Sonne nicht noch durch künstliches Licht beleuchtet wird. Das kann beispielsweise das Treppenhaus, der Wintergarten oder das Kellerfenster sein. Wenn es diesen Ort nicht gibt, dann deckt man ihn einfach abends ab. Dazu kann man Folie oder einen Karton nehmen. Nach ungefähr 6 Wochen dürften die roten Blätter zurückkommen.

Weihnachtsstern Pflege

Zu viel oder zu wenig Wasser

Die Pflege beim Weihnachtsstern ist relativ einfach. Neben dem Rückschnitt im Sommer und der richtigen Lichtmenge zum richtigen Zeitpunkt, gilt es, darauf zu achten, dass das Wasser, mit welchem man das Bäumchen gießt, lauwarm ist. Im Idealfall ist es natürlich abgestanden und nicht direkt aus der Wasserleitung. Auf keinen Fall darf der Wurzelballen austrocknen, da die Pflanze ansonsten ihre Blätter abwirft.

Aber bitte keine Panik bekommen, wenn man mal übers Wochenende weg war und jetzt alle Blätter abgefallen sind, in der Regel erholt sich die schöne Pflanze schnell wieder und kommt in alter Schönheit zurück. Ein schlimmerer Fall tritt ein, wenn man zu häufig gießt. Bei Staunässe beginnen nicht nur die Wurzeln zu faulen, sondern die Blätter verfärben sich, fallen ab und die Pflanze endet oft als Totalschaden.

Die einfachste Methode immer die richtige Feuchtigkeit zu halten ist es, alle paar Tage ein Tauchbad zu machen. So kann der Wurzelballen sich die benötigte Wassermenge ziehen und danach wieder abtrocknen. Ein guter Richtwert ist alle 6 bis 10 Tage, wobei man sich hieran nicht aufhängen darf, da je nach Standort unterschiedliche Temperaturen herrschen und die Erde bei größerer und trockener Temperatur auch schneller austrocknet.

Das richtige Substrat

Wie ihr oben gelesen habt, ist es sinnvoll, nach der ersten Saison die Pflanze in neues Substrat umzutopfen. Der Grund dafür ist, dass der Boden, in dem die Pflanzen verkauft werden, oft von schlechter Qualität ist. Einige Hardliner topfen gleich nach dem Kauf um, wobei man aber erwähnen sollte, dass jedes Umtopfen auch ein Schock für die Pflanze bedeutet. Ein gutes Substrat hilft dabei, die richtige Menge an Wasser im Wurzelballen zu halten und die Pflanze optimal mit Feuchtigkeit und Nährstoffen zu versorgen. Kakteenerde beispielsweise speichert genau die richtige Menge an Wasser und beugt so ungewollter Staunässe vor. Aber Achtung: dadurch muss man auch öfters gießen.

Weihnachtsstern düngen

Das Düngen des Weihnachtssterns ist relativ einfach. In der Blütezeit (wenn die Hochblätter rot sind) braucht man gar nicht düngen und in der Wachstumsphase kann man dem Gießwasser eine herkömmliche Nährstofflösung beigeben.

Weihnachtsstern überwintern

Der Weihnachtsstern wird im Winter ins Haus oder die Garage genommen, die Temperatur darf nicht unter 10°C fallen.

Weihnachtsstern vermehren

Ähnlich wie beim Hortensien vermehren, kann man auch beim Weihnachtsstern schöne Stecklinge gewinnen. Hierzu sucht man eine schöne große Mutterpflanze aus, welche die gewünschte Wuchsform und Farbe hat. Wenn man Mickerlinge nimmt, dann stehen die Chancen schlecht, dass die Stecklinge anwachsen. Die Vermehrung mit selbst gezüchteten Samen ist sehr schwierig und führt oft nicht zum Erfolg. Das liegt daran, dass diese bei unseren Wetterverhältnissen nicht vollständig reifen. Mit gekauften Samen aus Südamerika ist das kein Problem.

Wenn man nicht mit Kunstlicht arbeitet, dann sollte man die Stecklinge im Frühjahr schneiden. Damit der Milchsaft nach dem Schnitt nicht weiter austritt, wird der Steckling unmittelbar nach dem Schneiden in heißes Wasser gestellt. Sonst blutet der Steckling aus und wächst nicht mehr an. Ansonsten ist das Vorgehen das gleiche wie bei der Hortensie. Der ideale Standort für die Stecklinge bietet 20° C und ist sehr hell.

Weinachtsstern kaufen

Ein prüfender Finger hilft beim Weihnachtsstern kaufen, um  zu testen, wie feucht der Ballen ist. Ist er zu feucht, dann könnte die Pflanze schon Opfer von Staunässe sein. Wie frisch der Weihnachtsstern ist, erkennt man man an der Blüte zwischen den Hochblättern. Ist die Pflanze frisch, dann sind diese noch geschlossen. Wer die Pflanzen im Baumarkt kaufen will, dem sei gesagt, dass sie hier oft an einer schlechten Stelle stehen. Gerade im Eingangsbereich oder vor der Tür ist es viel zu kalt für die Pflanzen. So ist die Pflanze schon vor dem Kauf geschädigt. Überall, wo Zugluft herrscht, ist ein schlechter Platz für den bunten Stern. Damit die Pflanzen nach dem Kauf sicher nach Hause kommen, sollte man sie in Papier einwickeln. Pflanzen, die farbig (wie beispielsweise blau) angesprüht sind, werden nicht lange leben.

Weihnachtsstern – alles rund um die Pflege
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