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Wühlmäuse sind nicht gerade die Gartenbewohner, die wir Liebhaber schätzen. Natürlich sehen die aufgeworfenen Erdhügel unschön aus, aber die Tiere schädigen mit ihrer Arbeit auch die Pflanzenwurzeln. Vor allem junge Obstgehölze trifft es da hart und sie können eingehen. Knollen und Zwiebeln, die wir liebevoll im Herbst in die Erde gesteckt haben, damit sie im Frühjahr austreiben, werden zerstört. Oder kennt ihr das, wenn ihr über euren Rasen lauft und dann auf einmal einsinkt? Auch daran sind ganz oft die kleinen Nager schuld. Wenn ihr Wühlmäuse bekämpfen wollt, dann ist der Januar der beste Monat, denn die Nahrungsreserven sind knapp und die Tiere fallen gern auf die Köder rein. Wir ihr die Wühlmäuse aus eurem Garten vertreiben könnt, wollen wir euch in diesem Blogbeitrag erklären. Wir versuchen dabei vor allem auf natürliche Mittel einzugehen, denn uns liegen nicht nur die Pflanzen am Herzen, sondern auch die Tiere und unsere gesamte Natur.

Wie erkenne ich eine Wühlmaus?

Nicht immer sind die Häufchen im Garten auch von einer Wühlmaus. Um auszuschließen, dass es sich um einen Maulwurf handelt, der geschützt ist und nicht bekämpft oder gar getötet werden darf, müsst ihr euch genau ansehen, was die Tiere zerstören und anfressen und wie die Erdhaufen und die Gänge aussehen. Am besten ist es natürlich noch, wenn ihr die Tiere ab und an zu sehen bekommt und anhand ihres Aussehens eindeutig identifizieren könnt, dass ihr Wühlmäuse im Garten habt.

Aussehen der Wühlmaus

Wühlmäuse sind ziemlich groß. Sie können bis zu 20 Zentimeter lang werden. Sie haben ein dunkelbraunes bis ockerfarbenes Fell, dessen Färbung an der Bauchunterseite etwas heller ist. Die Wühlmaus ist durchgängig aktiv und nicht nur in der Nacht wie viele immer vermuten. Deswegen könntet ihr durchaus die Chance haben, ein Exemplar auch einmal zu Gesicht zu bekommen. Sie machen auch keinen Winterschlaf und fressen daher besonders in der kalten Jahreszeit gern unsere Zwiebeln und Stecklinge, die wir im Herbst gesetzt haben.

Wühlmaus Aussehen

Nahrung und Vermehrung der Wühlmaus

Wühlmäuse fressen alle Arten von Knollen, Wurzeln und Blumenzwiebeln, die sie finden können. Zusätzlich verschmähen sie auch Blätter von vielen Gemüsen und Pflanzen nicht.  Eine einzige Wühlmaus muss zur Deckung ihres Kalorienbedarfes circa 100 g Nahrung pro Tag aufnehmen. Da könnt ihr euch vorstellen, wie viel sie da aus eurem Garten verschwinden lassen. Wenn die Tulpen und Narzissen im Frühjahr nicht oder nur spärlich aufgehen, dann kann es sein, dass die hungrigen Mäuse am Werk waren. Habt ihr erst einmal eine oder zwei Wühlmäuse, die sich bei euch wohlfühlen, werden es schnell mehr. Die Tiere sind nicht nur äußerst fruchtbar, sondern auch sehr früh geschlechtsreif. So kann in ganz kurzer Zeit eine richtige Plage entstehen. Im Winter vermehren sie sich allerdings nicht.  Es gibt also so einige Gründe, die Wühlmäuse jetzt im Winter zu vertreiben.

Wühlmaus oder Maulwurf im Garten?

Wie wir schon kurz angerissen haben, ist es ziemlich wichtig, genau zu identifizieren, ob man eine Wühlmaus oder einen Maulwurf im Garten hat. Auch wenn ihr die Tiere nicht zu sehen bekommt, könnt ihr das recht zweifelsfrei herausfinden.

Die Wühlmäuse werfen auch gelegentlich kleine Erdhaufen auf. Diese sind aber wesentlich kleiner und vor allem auch seltener als die eindeutig zu erkennenden Erdhaufen der Maulwürfe. Der Maulwurf gräbt den Garten ja geradezu um und hinterlässt jede Menge dieser Haufen. Ihr könnt auch an der Form der Gänge und am Ausgang des ganzen Gangsystems gut erkennen, ob es Wühlmäuse oder Maulwürfe sind. Die Wühlmaus-Gänge sind nach oben gewölbt und oval und der Ausgang schräg zur Oberfläche. Beim Maulwurf geht der Ausgang völlig senkrecht ins Erdreich.

Die Gänge selbst sagen aber auch noch einiges aus. In Wühlmausgängen finden sich Vorratskammern für die pflanzlichen Nahrungsmittel und die Wurzeln an den Gangwänden sind abgefressen. Beim Maulwurf ragen die Wurzeln kreuz und quer im Gang herum, denn:

ob ein Maulwurf oder Wühlmäuse im Garten sind, erkennt ihr auch an den Fress-Schäden. Die Maulwürfe ernähren sich von Würmern, Käfern und anderen kleine Lebewesen und nagen überhaupt keine Pflanzenteile, Knollen, Blumenzwiebeln und Wurzeln an. Er ist also ein Fleischfresser, wohingegen die Wühlmaus sich pflanzlich ernährt.

Wühlmäuse bekämpfen – natürlich, aber natürlich!

Ehe wir auf nahezu alle Methoden für das Wühlmaus Bekämpfen im Detail eingehen, wollen wir voranstellen, dass wir Verfechter natürlicher Methoden und von Vorbeugung sind. Unsere Natur ist ein Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen und der Mensch stört nur allzu oft das natürliche Gleichgewicht, welches sich dadurch ergibt. Aber wir sehen es auch ein, dass wir unsere Gärten und Pflanzen, die wir mühevoll mit viel Zeit und nicht wenig Geld gestalten und heranziehen, nicht immer schutzlos der wilden Natur ausliefern wollen. Die Wildtiere sehen in unseren Gärten die perfekten Orte, da sie hier meisten alles das finden, um relativ gut und gemütlich leben zu können. Daher ist es völlig in Ordnung, wenn wir Wühlmäuse vertreiben, damit sie sich einen anderen Platz suchen, an dem sie leben können (in der Hoffnung, dass es noch genügend davon gibt). Wer aber auf tödliche Bekämpfung nicht verzichten möchte, findet in unserem Überblick auch die relevanten Methoden, um Wühlmäuse zu bekämpfen.

Wühlmaushaufen

Wühlmäuse bekämpfen – Vorbeugung

Zum einen könnt ihr vorbeugende Maßnahmen treffen, damit eure Pflanzen, vor allem die Obstbäume, nicht unter den Wühlmäusen im Garten leiden. Setzt diese zum Beispiel schon beim Einpflanzen in spezielle Drahtkörbe, die dem Wühlmausfraß einen Riegel vorschieben. Auch Blumenzwiebeln könnt ihr in Pflanzkörben in den Boden stecken. Sie sind meistens aus Kunststoff, verrotten also nicht und hakten die Nager fern. Dann habt ihr natürlich trotzdem immer noch Wühlmäuse im Garten. Um die kleinen Nager dauerhaft von eurem Grundstück fernzuhalten, könnt ihr ringsherum eine Maschendraht-Geflecht in der Erde vergraben. Am besten für Mensch, Tier und Pflanze ist es, die natürlichen Feinde der Wühlmaus in den Garten zu holen bzw. diesen das Leben in eurem Garten schmackhaft zu machen.

Natürliche Feinde der Wühlmaus

Das wohl einfachste Mittel gegen Wühlmäuse ist eine Katze. Sie hält die Population spielend in Schach und irgendwann hat es sich herumgesprochen, dass man dieses Grundstück mit dem befellten Raubtier lieber nicht bewandern sollte. Weitere natürliche Feinde der Wühlmaus sind:

  • Fuchs
  • Mauswiesel
  • Iltis
  • Marder
  • Eule und
  • Greifvögel, wie beispielsweise der Mäusebussard.

Eulen fühlen sich in alten Scheunen wohl, Mauswiesel werden von Steinhaufen angelockt und Greifvögeln kann man Sitzstangen anbieten, die sie zur Rast benutzen und nebenbei eine Maus erspähen und diese als Snack vertilgen.

Wühlmausfallen

Im Handel gibt es eine fast schon erschlagende Menge verschiedener Wühlmausfallen. Wir stellen euch einige davon vor. Die Schussfalle, die Kastenfalle und die Röhrenfalle werden am häufigsten genutzt und sind bei den fallen am effektivsten. Wir empfehlen euch die Kastenfalle, denn in dieser werden die Tiere lebend gefangen. So erwischt es keinen geschützten Maulwurf und ihr könnt die Wühlmaus weit entfernt von eurem Garten auf einer Wiese oder am Waldrand wieder aussetzen. Für alle Fallen gegen Wühlmäuse gilt, dass ihr systematisch vorgehen müsst. Fangt in einer Ecke des Gartens an die Fallen aufzustellen, kontrolliert sie jeden Tag und stellt sie immer wieder an die gleiche Stelle – solange, bis ihr keine Maus mehr fangt. So arbeitet ihr euch Stück für Stück weiter durch den Garten. Die Übersicht erklärt die Funktionsweise der Fallen. Klickt euch einfach durch.

Röhrenfallen zum Wühlmaus bekämpfen töten die Tiere nicht. Ihr setzt sie in die Gänge der Mäuse. Sie haben kleine Türen, die nach innen aufgehen. Tappt die Wühlmaus in die Falle, dann kommt sie nicht wieder heraus.

Nachteil: Ihr müsst wegen des Tierschutzes mehrmals am Tag prüfen, ob eine Wühlmaus in der Falle sitzt.

Vorteil: robust und günstig

Wühlmäuse bekämpfen funktioniert auch prima mit Kastenfallen. Ihr müsst hier aber zwei Fallen aufstellen, Sie haben nur einen Eingang und ihr wisst nicht, in welchem Teil des Systems sich die Maus befindet und somit auch nicht, aus welcher Richtung sie kommen wird. Also stellt man zwei Fallen mit den Eingängen entgegengesetzt auf.

Nachteil: ein wenig aufwändiger als Röhrenfallen und auch mehrfach tägliches Kontrollieren

Vorteil: robust und günstig

Mit Schussfallen werden die Wühlmäuse natürlich nicht erschossen, aber sie werden getötet. Die Lungen des Tieres werden zerstört, weil bei Berührung der Falle im Gang ein Überdruck entsteht.

Nachteil: relativ teuer, es werden viele Platzpatronen benötigt, ein wenig gefährlich Vorteil: effektiv

Wühlmausfallen sollten vor dem Aufstellen gründlich gereinigt werden. Gerade Fallen aus Metall sind oft mit einem dünnen Ölfilm überzogen, den ihr erst einmal loswerden müsst. Die Nasen der Wühlmäuse sind sehr gut und sie werden sie meiden, wenn ihnen der Geruch allzu komisch vorkommt. Am besten nehmt ihr dafür eine geruchsneutrales Reinigungsmittel wie Kernseife, aber nicht die mit Zitrus versetzte!

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Köder für Wühlmausfallen

Ihr müsst die Fallen für Wühlmäuse nicht unbedingt mit Ködern bestücken, aber die Erfahrungen vieler Gärtner zeigen, dass die Fangerfolge mit Köder höher sind. Möhren und Selleriestücke werden besonders gern genommen. Sicherlich könnt ihr auch mit Giftködern Wühlmäuse bekämpfen. Ob ihr das macht, müsst ihr euch selbst fragen. Setzt ihr Giftköder gegen Wühlmäuse ein, dann bedenkt, dass dieser Weg nur in den Wintermonaten von November bis höchstens März Sinn macht. Im Sommer verschmähen die Tiere diese Köder oft komplett, da das natürliche Nahrungsangebot groß und vielfältig ist. Auf welches Gift ihr setzt, ist relativ egal. Giftweizen oder generell Produkte auf Basis von Zinkphosphid wirken am direktesten. Bedenkt, dass bei dieser Methode die Tiere wirklich elendig unter langen Qualen zugrunde gehen.

Wühlmaus bekämpfen mit Gas

Wühlmäuse bekämpfen ist auch durch gas möglich. Mit dieser Form der Wühlmaus-Bekämpfung, die ihr eigentlich am besten einem Fachmann überlassen solltet, wird mit Gasen und Gerätschaften hantiert, die bei unsachgemäßer Anwendung Gefahren nicht nur für die Gesundheit der Wühlmäuse, sondern auch für euch darstellen. Bei der Begasung werden Phosphorwasserstoff- oder Kohlenmonoxydgase in das Gangsystem der Wühlmäuse geleitet. Sie sinken tief in die Gänge hinein, denn sie sind schwerer als Luft und machen dort den Wühlmäusen das Leben unmöglich. Diese Methode funktioniert schnell und effektiv, ist aber auch kostenaufwändig.

5 Tipps zum Wühlmäuse bekämpfen

Versucht, auf natürliche Mittel zurückzugreifen und schützt unsere Umwelt und das natürliche Gleichgewicht
Nutzt die kalten Monate zum Wühlmäuse bekämpfen, da sie sich dann nicht fortpflanzen und auf Köder gut anspringen
Tragt Handschuhe beim Aufstellen, Kontrollieren und Reinigen der Fallen, damit euer Körpergeruch nicht daran haftet
Prüft, ob die Gänge überhaupt noch bewohnt sind. Dafür öffnet den Gang und wenn er nach 24 Stunden nicht wieder verschlossen ist, wohnt keine Wühlmaus mehr darin
Achtet beim freilassen der Wühlmäuse aus Lebendfallen darauf, dass ihr sie weit genug entfernt wieder aussetzt, sonst finden sie schnell wieder den Weg ins gemütliche Zuhause

Wühlmäuse vertreiben – Hausmittel

Ihr könnt euch auch an verschiedenen Hausmitteln zur Bekämpfung von Wühlmäusen ausprobieren. Mit Duftstoffen, Geräuschen, Ultraschall oder Pflanzen, die Wühlmäuse vertreiben, kann man durchaus Erfolge erzielen. Hier einige Beispiele:

  • einen Wecker mit lauten Tickgeräuschen in einer Blechdose in der Erde vergraben
  • kleine Windräder, die eine Kapsel mit Schraubenmuttern oder ähnlichem rotieren lassen, aufstellen
  • Menschenhaare, Katzen- oder Hundehaare auslegen
  • stark riechende Kräuteröle wie Pfefferminze im Garten versprühen
  • Knoblauchzehen zwischen die Beete stecken
  • einen Teich mit Ringelnattern anlegen (die Nattern lieben Mäuse!)
  • Holunderjauche herstellen und in die Gänge der Wühlmäuse gießen
  • Pflanzen kultivieren, die Wühlmäuse vertreiben, zum Beispiel Wolfsmiclh, Steinklee oder die Schachbrettblume

Maulwurf bekämpfen – Nein!

Ihr habt oben gelesen, wie man herausfindet, ob Wühlmäuse oder Maulwürfe euren Garten umgraben und dass ihr die Maulwürfe nicht bekämpfen sollt. Sie stehen unter Naturschutz und außer, dass sie lästige Haufen hinterlassen und der Rasen nicht mehr so schön aussieht, schaden Sie dem Garten auch nicht. Wer sie dennoch loswerden möchte, kann viel im Garten herumtollen, Fußball spielen, die Flächen einfach häufig nutzen. Das vertreibt nicht nur den Maulwurf, weil er sich in seiner Ruhe gestört fühlt, sondern auch die Wühlmäuse. Auch mit Windrädern wurden schon häufig Erfolge erzielt.  Nur tötet sie nicht!

So informiert könnt ihr jetzt loslegen und die geeigneten Maßnahmen treffen, um euer Grundstück vor der Wühlmaus zu schützen. Probiert ruhig alle Hausmittel einmal aus, denn die einen haben mit dem Windrad Erfolg, andere mit speziellen Ultraschallsendern. Das muss man einfach testen. Wenn ihr selbst schon Erfahrungen gesammelt habt, dann freuen wir uns über weitere Tipps, wie man Wühlmäuse bekämpfen kann. Schreibt uns einfach einen Kommentar.

 

Wühlmäuse bekämpfen – Vorbeugung und Tipps
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