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Dass es im Winter ganz und gar nicht grau und öde aussehen muss, wissen wir als Pflanzen-Freund, und ihr ganz sicher auch. In einem der vorigen Blogbeiträge haben wir schon die Christrose vorgestellt, die im Winter wunderschön blüht. Heute wollen wir uns einen ganz besonders faszinierenden Strauch ansehen- die Zaubernuss! Die Zaubernuss ist auch unter dem Namen Hamamelis gut bekannt, vor allem durch ihre heilsame Wirkung in Cremes und Salben.

Doch, dass die Pflanze auch einfach wunderschön aussieht und ab Januar in herrlichen gelben bis roten Farben blüht, wissen wohl die wenigsten Menschen. Es sei denn, sie haben einen Zaubernuss-Strauch im Garten oder Vorgarten stehen und erfreuen sich jedes Jahr an der wunderbaren Pracht. Die Hamamelis ist es überaus wert, einmal genauer vorgestellt zu werden, und zwar nicht nur als Heilpflanze. Wir hoffen, euch gefällt es und wie immer gilt am Ende: Schreibt uns gern eure Erfahrungen mit der Zaubernuss und eure zusätzlichen Tipps in die Kommentare. Wir freuen uns!

Allgemeines zur Zaubernuss

Die Zaubernuss ist ein reiner Winterblüher und erinnert, wenn sie gerade nicht blüht, sehr stark an die Haselnuss. Sie wird in Großbritannien auch Witch Hazel, also Hexenhasel, genannt. Im Winter aber entfaltet sie wunderschöne Blüten und man kann dann ganz deutlich sehen, dass sie mit der Haselnuss nichts gemeinsam hat. Die Zaubernuss (Hamamelis) gehört zur Familie der Zaubernussgewächse, die Haselnuss zu den Birkengewächsen. Sie sind also, auch wenn sie sich ähneln, nicht miteinander verwandt. Auch im Preis haben beide nichts gemein. Eine gute Hamamelis-Pflanze kostet schon einmal zwischen 20 und 40 Euro. Der Preis ist für die edle Pflanze auch berechtigt. Sie wächst sehr langsam und wird aufwändig  vermehrt und veredelt.

Es gibt nur fünf Arten der Zaubernuss auf der ganzen Welt. Drei sind in Nordamerika beheimatet und zwei in Asien. Aus Nordamerika kommt die Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana), die im Herbst blüht, deren Blüten aber durch das dichte Blattwerk ein wenig in den Hintergrund gedrängt werden. Eine weitere Art aus Amerika ist die Frühlingszaubernuss (Hamamelis vernalis). Eine dritte Art wurde in Mississippi beschrieben und unter dem Namen Hamamelis ovalis geführt.

Die beiden aus Asien stammenden Japanische und Chinesische Zaubernuss sind für Gartenliebhaber in Europa die interessanteren Arten. Vor allem aber die Hybriden, die mit der Zeit entstanden, finden sich in den Gärten der Welt wieder.

Beliebte Zaubernuss Sorten

Neben den ursprünglichen Arten der Zaubernuss sind mittlerweile viele verschiedene Sorten entstanden. Von feuerroten Zaubernüssen bis ganz hellgelben, mit großen und mit kleinen Blüten, gekräuselt und flach, ist alles dabei. Die vier beliebtesten Sorten stallen wir euch ganz kurz vor.

Die Sorte Pallida beginnt um die Weihnachtszeit herum zu blühen und ist wegen ihrer sehr großen, schwefelgelben Blüten bei Gärtnern sehr beliebt. Die Blüten verströmen ausserdem einen sehr intensiven Duft.

 

Im Februar beginnt die Blüte der Zaubernuss-Sorte Diane. Sie blüht intensiv rot. Ihr Laub nimmt im Herbst eine tolle orangerote Färbung an und ist so ein farbenfroher Blickfang im Herbstgarten.

 

Eine weitere sehr beliebte Sorte ist die Jelena. In einem herrlichen Scharlachrot leuchten die Blätter im Herbst und im Winter beeindruckt die Pflanze mit langen Blütenblättern, die sich zur Spitze hin in einem helleren Farbton zeigen. Die Blüten sind intensiv orange-rot und ziehen die Blicke auf sich.

 

Die Zaubernuss Westerstede hat hellgelbe, sehr große und dichte Blüten und beginnt im Februar mit der Blüte. Als Osterstrauss sind die Zweige sehr beliebt. Im Herbst färben sich ihre Blätter in einem schönen Gelb, manchmal auch etwas ins Orange.

Pflege der Zaubernuss

Zaubernüsse sind eine echte Zierde in jedem Garten. Die edlen Gehölze werden bis zu vier Meter hoch und entwickeln dabei trichterförmige, locker verzweigte Kronen. Ihre Blätter färben sich im Herbst von gelb bis richtig knallig orange-rot und entzücken des Hobbygärtners Augen. Die Blüten bilden sich im Winter aus und überstehen auch Frost, wenn es nicht gar zu lang unter zehn Grad Minus anhält. Für Bienen und Hummeln sind die Winterblüher, die ihre Blüten bis in den Frühjahr, oft in den April hinein tragen, eine wichtige Nektarquelle. Da der Bienenbestand in einem extremen Maße abgenommen hat, können wir nur jedem empfehlen, eine Zaubernuss in seinem Garten zu pflanzen.

Standort und Bodenbeschaffenheit

Zaubernüsse fühlen sich am wohlsten an sonnigen bis absonnigen Standorten, die vor dem kalten Ostwind geschützt sind.  Auch wenn sie insgesamt nicht besonders viel Pflege benötigen, stellen sie ziemlich hohe Ansprüche an den Boden. Er sollte humusreich, frisch, locker und immer leicht feucht sein. Wir empfehlen also eine Mulchschicht. Wurzelkonkurrenz und Verdichtungen sind gar nichts für die Pflanze, die sich gegen konkurrierende Wurzeln nicht wehren kann. Der Hamamelis-Strauch reagiert sehr empfindlich auf Trockenheit, aber auch Staunässe kann die Pflanze, wie die meisten, nicht vertragen. Lehmige oder tonige Böden mag sie gar nicht.

 

Hamamelis pflanzen

Am besten pflanzt man die Zaubernuss im Herbst in einen humusreichen, aufgelockerten Boden. Containerpflanzen können auch im Frühling ganz gut anwachsen. Wenn ihr, wie von uns empfohlen, eine Mulchschicht aufbringt, denkt dran, unter diese noch ein bisschen Humus, Kompost aufzubringen. So gibt es genug Nährstoffe zum Anwachsen. Setzt die Pflanze nicht zu tief ein. Die Oberfläche des Topfballens solltet ihr noch sehen, sonst kümmert euch die Pflanze nur so dahin.  Nun dauert es zwei bis drei Jahre, bis die Zaubernuss richtig angewachsen ist. Ja, wir erwähnten es schon – der winterharte Strauch wächst langsam, sehr langsam. In dieser Zeit solltet ihr nichts drumherum pflanzen und auch nicht aktiv den Boden beackern. Sucht euch den Standort ganz genau aus, denn einmal angewachsen, bleibt die Zaubernuss für immer an ihrem Ort. Jegliche Umpflanzversuche endeten fast automatisch mit dem Tod der Pflanze. Natürlich geht es, einige Profis haben ausgewachsene Hamamelis schon umgepflanzt, aber es ist äußerst schwierig.

Hamamelis gießen

Wir haben schon erwähnt, dass die Zaubernuss keine Trockenheit verträgt. Normalerweise reicht ihr auch der Regen aus, um ihren Wasserhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Wenn es im Sommer aber besonders heiß und trocken ist, solltet ihr dem Strauch doch ab und an ein bisschen Wasser geben. Am besten eignet sich aufgefangenes Regenwasser oder Brunnenwasser dafür. Wenn dies aber Mangelware ist, tut es auch euer normales Wasser aus dem Gartenwasserhahn. Vermeidet unbedingt kalkhaltiges Leitungswasser. Das verträgt die Zaubernuss nicht.

Zaubernuss düngen

Wenn der Boden nicht wie oben beschrieben, von optimaler Beschaffenheit ist, dann empfiehlt sich die Düngung der Hamamelis. Außerdem ist eine Düngung vonnöten, wenn die Blätter zu lange am Strauch bleiben und nicht vor der Blütezeit von selbst abfallen. Idealerweise düngt ihr aber im Frühjahr. Entfernt dafür die Mulchschicht und düngt am besten mit Kompost, der mit Hobelspänen versetzt ist (wegen der Lockerheit des Bodens, die die Pflanze braucht). Um den Blattverlust etwas zu unterstützen, solltet ihr ungefähr alle zwei Jahre mit Kalidünger arbeiten. Diesen bringt ihr im Spätsommer in die Erde ein.

Zaubernuss schneiden

Ihr könnt der Zaubernuss, wenn die Pflanze noch jung ist, mit sanften Beschneidungen ein wenig die Wuchsrichtung vorgeben. Aber grundsätzlich solltet ihr die Pflanze ungestört wachsen lassen. Der Strauch ist sehr empfindsam und sollte auf keinen Fall stark zurückgeschnitten werden. Die Zaubernuss treibt aus altem Holz sehr schwer aus und ihr könntet mit einem starken Rückschnitt eurer Pflanze den Garaus machen. Ab und an ein paar Zweige für die Vase im Wohnzimmer oder den Osterstrauss sind aber durchaus machbar.

Hamaelis überwintern

Die Zaubernuss ist ein winterharter Strauch und blüht ja auch im Winter schon. Die Knospen überstehen strenge Frostperioden sehr gut und ihr müsst sie nicht zusätzlich schützen. Bewegen sich die Temperaturen eine Weile unter -10 Grad Celsius, schützt sich die Pflanze selbst und rollt ihre Blüten ein.

Vermehrung der Zaubernuss

Mit der richtigen Methode ist es gar nicht so schwer, die Zaubernuss zu vermehren. Es braucht nur unendlich lange Geduld. Wer die Samen aussät, muss wirklich sehr lange warten, bis sich die ersten Triebe zeigen und dann dauert es noch einmal viele Jahre, ehe die Pflanze groß ist. In den Baumschulen wird deshalb mit Kultivaren gearbeitet, mit denen Veredelung erzeugt wird. Es erfolgt eine Pfropfung auf die ursprüngliche Zaubernuss, um die Blühfreudigkeit noch weiter zu erhöhen. Das sollte man wirklich dem Profi überlassen. Ihr könnt auch versuchen, eure Zaubernuss mit Absenkern zu vermehren.

Die Heilwirkung der Zaubernuss

Die Zaubernuss wurde schon von den Ureinwohnern Nordamerikas als Heilmittel sehr geschätzt. Sie setzten sie gegen Wunden zur Beschleunigung der Heilung ein. Auch heute wird die Hamamelis in vielen Produkten verarbeitet. In Rasier- und Gesichtswässern, Cremes und Deodorants ist sie zu finden.

Die wirksamen Inhaltsstoffe kommen aus der Rinde der Hamamelis.Es sind vor allem Gerbstoffe des Tannin-Typs und ätherische Öle, die aus ihr gewonnen werden. Auch in den Blättern finden sich Gerbstoffe. Diese sind allerdings vom Catechin-Typ. Hamamelis als Creme oder Tinktur lindert leichten Juckreiz der Haut und können Entzündungen eindämmen. Daher werden Hamamelis-Präparate auch oft bei Hämorriden eingesetzt. Die Zaubernuss stoppt leichte Blutungen und regt die Wundheilung an. Diese Effekte verdanken wir den Gerbstoffen aus der Pflanze. Hamamelis als Gurgellösung hilft bei Entzündungen der Mundschleimhaut.

Im Rasier- und Gesichtswasser wiederum wirken nicht die Gerbstoffe, die sind entfernt, sondern die ätherischen Öle der Hamamelis. Sie erfrischen und wirken hautklärend.

Zaubernuss- Sorten und Pflege des Winterblühers
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